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Elternunterhalt - so viele Fragen

 Von 
guest-12309.08.2014 22:13:54
Status:
Schüler
(491 Beiträge, 148x hilfreich)
Elternunterhalt - so viele Fragen

Hallo,

ich bin gerade dabei mich bzgl. Elternunterhalt umfangreich zu informieren - nicht weil ich betroffen sind, sondern rein der 'Vorsorge' wegen.

Mir haben sich bisher ein paar Fragen aufgetan und es wäre schön, wenn sich jemand die Zeit nehmen würde, über diese drüberzulesen. Auch wenn jemand nur einzelne Fragen beantworten kann/möchte, wäre ich dafür sehr dankbar.

1. Definitionen

1.1 Ist Pflegegeld das Geld, das ein Nahestehender o.ä. erhält, wenn er die Pflege seiner Eltern übernimmt?

1.2 Beschreibt Sachleistung die Summe, die von der Pflegeversicherung getragen wird, wenn der zu Pflegende von einem professionellen Pflegedienst (z.B. dann zuhause) oder in einem Heim von entsprechendem Personal getragen werden muss?


2. Kosten der Pflege / Pflegeversicherung

2.1 Ist es korrekt, dass die Pflegeversicherung die Kosten eines Heims/Pflegedienstes bis zu Summen um 200 € (Pflegestufe I), 400 € (Pflegestufe II) und 700 € (Pflegestufe III) trägt?

2.2 Wie hoch ist denn der finanzielle Pflegeaufwand durchschnittlich? Ich nehme an, dass dieser von der Pflegestufe (ob I, II oder III) abhängig ist (?)


3. Anzurechnendes Vermögen

3.1 Meines Wissens nach wird Vermögen bis zu einem gewissen Grad herangezogen, allerdings nicht wenn es weniger als 75.000 € sind - sind diese Summe und Annahme richtig?

3.2 Beispiel: Verheiratetes Paar, von dem beide auf ein Tagesgeld-Konto (TGK) einzahlen. Der Mann, als Sohn einer pflegebedürftigen Person, soll herangezogen werden für die Pflege aufzukommen, da die Pflegeversicherung diese nicht vollständig deckt. Wird dann das Vermögen auf dem TGK zu 50% betrachtet? Oder wie wird mit diesem gemeinsamen Konto umgegangen?


4. Gibt es Möglichkeiten die Pflege der Eltern zu verweigern? z.B. falls diese hätten Unterhalt zahlen müssen und dies nicht oder zu gering getan haben.


5 Situationen

5.1 Verheiratetes Paar, von dem der geringerverdienende Mann die Pflege zahlen soll: Nach Bereinigung seiner Ausgaben sowie Selbstbehalt kommt man auf Null, sodass er nicht zahlen müsste.
Nun ist er allerdings verheiratet: Kann das Einkommen seiner Partnerin herangezogen werden, sodass diese aufkommen muss bzw. dass sie ihrem Partner gegenüber unterhaltspflichtig wäre, sodass davon ein bestimmter Betrag gezahlt werden muss?

5.2 Mann ist besser verdienend, seine Frau geringverdiend. Er soll Unterhalt zahlen. Wieviel kann die Frau max. selbst verdienen, sodass von seinem Einkommen der Selbstbehalt für seine Frau abgezogen wird. Und wie hoch ist der Selbstbehalt seiner Frau bzw. von Kindern, falls vorhanden?

Vielen Dank im Voraus
Viele Grüße,
Katanaka

-- Editiert am 04.01.2010 18:07

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben 185 weitere Fragen zum Thema
Fragen Elternunterhalt


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12309.08.2014 22:13:54
Status:
Schüler
(491 Beiträge, 148x hilfreich)

Hier sind doch sonst so kluge Menschen (: weiß denn niemand auf nur eine der Fragen hier eine Antwort?

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#2
 Von 
Pachlus
Status:
Lehrling
(1932 Beiträge, 338x hilfreich)

Was du hier verlangst, ist kein Erfahrungsaustausch, sondern eine ausgeprägte Rechtsberatung! : :crazy:
Wenn da etwas an Zahlung ansteht, könnte ein sehr langfristiger, natürlich notwendiger Kredit dir so ein bischen helfen!

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"Das war -wie immer- meine unmaßgebliche persönliche Meinung!"

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#3
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3589 Beiträge, 1155x hilfreich)

Guten Abend,

ich muss leider ausch sagen, dass ist zu viel. Ich habe versucht mich da durch zu wurschteln, muss aber in zu vielen punkten passen.

Ich leses es noch mal, und versuche es punktuell zu beantworten.

LG Nero

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#4
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3589 Beiträge, 1155x hilfreich)

Hallo,

was mir einfällt:

zu Punkt 4:

quote:
Gibt es Möglichkeiten die Pflege der Eltern zu verweigern? z.B. falls diese hätten Unterhalt zahlen müssen und dies nicht oder zu gering getan haben.

Ja. Haben sich die Eltern in der Vergangenheit dem Kind ggü. nicht solidarische gezeigt, hat z.B. ein unterhaltspflichtiger Elternteil keinen Unterhalt gezahlt, kann ein Anspruch auf Elternunterhalt verwirkt sein.

zu 5.1

Kann der geringverdienen Mann keinen Unterhaklt leisten, kann auch der Ehepartner nicht zum Unterhalt herangezogen werden, z.B. durch fiktives Taschengeld oder Einkommen durch Haushaltsführung. Dieses wäre nur beim Kindesunterhalt möglich.

zu 5.2

der SB des besser verdienen Mannes ggü. dem unterhaltsbegehrendem Elternteil beträgt 1.400€ plus die Hälte des darüber liegenden Einkommens. Bei einem bereinigten Netto-EK von 2.000€ wäre der SB also 1.700€.

Der Mann wäre seiner Frau nvorrangig zum Unterhalt verpflichtet. Hätte diese ein Einkommen unter 1.000€ wäre die Differens ebenfalls zu berücksichtigen. Minderjährige Kinder wären entsprechend der Unterhaltsleistung der DT in Abzug zu bringen. Unterhalt für volljährige Kinder, soweit berechtigt, wäre ebenfalls zu berüchsichtigen.

Das dazu von mir.

LG Nero

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#5
 Von 
Pachlus
Status:
Lehrling
(1932 Beiträge, 338x hilfreich)

quote:
Gibt es Möglichkeiten die Pflege der Eltern zu verweigern?

Meinst du damit die physische Pflege? Oder die Zahlung für die Pflege durch Dritte? Es kann dich niemand dazu rechtlich verpflichten, die Eltern zu pflegen. Es könnte ja der Fall sein, daß die zu pflegende Person 2 Zentner wiegt und du nur 55 kg. Wie solltest du diesen Menschen z.B. im Bett wenden? Schaffst du nicht. Um die Zahlung wirst du nicht herumkommen, wobei ich sagen muß, daß die "Freibeträge" in den Ländern unterschiedlich ausgelegt werden. :sweat:

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"Das war -wie immer- meine unmaßgebliche persönliche Meinung!"

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#6
 Von 
Pachlus
Status:
Lehrling
(1932 Beiträge, 338x hilfreich)

quote:
zu 5.1

Kann der geringverdienen Mann keinen Unterhaklt leisten, kann auch der Ehepartner nicht zum Unterhalt herangezogen werden, z.B. durch fiktives Taschengeld oder Einkommen durch Haushaltsführung. Dieses wäre nur beim Kindesunterhalt möglich.



Das stimmt - leider - nicht!

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"Das war -wie immer- meine unmaßgebliche persönliche Meinung!"

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#7
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3589 Beiträge, 1155x hilfreich)

Hallo Pachlus,

bist Du Dir da sicher?

Das würde dann ja schon in den Bereicht der gesteigerten Erwerbsobliegenheit gehen, und diese gibt es ja nur für den Kindesunterhalt.

Im übrigen ist es doch eher selten, dass ein Ehepartner so viel verdient, dass der 1.400€ Taschengeld, oder mehr, zahlen könnte.

LG Nero

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#8
 Von 
Pachlus
Status:
Lehrling
(1932 Beiträge, 338x hilfreich)

Ich kann das nur für das Land Berlin sagen. Dort wollen die das so gehandhabt
wissen, als ob der Ehepartner auch die Schwiegermutter mitgeheiratet hat.
Das war vor mehr als 3 Jahren, ob inzwischen Urteile vorliegen, kann ich nicht sagen.

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"Das war -wie immer- meine unmaßgebliche persönliche Meinung!"

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