Ekosem-Agrar GmbH Anleihen: Laufzeitverlängerung birgt Risiko für die Anleger

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In den Jahren 2017 und 2018 wären die Anleihen der Ekosem-Agrar GmbH mit einem Gesamtvolumen von 128 Millionen Euro zur Rückzahlung fällig. Allerdings möchte das Unternehmen die Laufzeiten jeweils um vier Jahre verlängern. Die Anleger sollen nun an 16. und 17. März über die Änderung der Anleihebedingungen abstimmen.

Die Anleihe 2012/17 (ISIN DE000A1MLSJ1) ist bei einem Volumen von 50 Millionen Euro mit 8,75 Prozent jährlich verzinst. Die Anleihe 2012/18 (ISIN DE000A1R0RZ5) hat ein Volumen von 78 Millionen Euro und einen Zinskupon von 8,5 Prozent p.a. Auch bei einer Verlängerung der Laufzeit um jeweils vier Jahre soll der Zinssatz unverändert bleiben.

Arthur R. Kreutzer
seit 2013 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
80539 München
Wirtschaftsrecht, Internationales Recht, Zivilrecht, Strafrecht, Familienrecht, Zivilrecht, Arbeitsrecht

Nach Unternehmensangaben soll durch die geänderten Anleihebedingungen die finanzielle Flexibilität erhalten und das Investitionsprogramm zum Ausbau der Marktführerschaft im russischen Milchmarkt fortgeführt werden. Die Pläne der Ekosem-Agrar GmbH sind umstritten. Kritiker fordern u.a. statt einer Verlängerung der Laufzeiten eine Eigenkapitalfinanzierung.

Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Die Anleger sollten sich bewusst sein, dass sich ihr Risiko durch die geplanten Laufzeitverlängerungen auch um vier Jahre verlängert. Angesichts der aktuellen wirtschaftlich und politisch schwierigen Lage Russlands ist dies ein kaum zu kalkulierendes Risiko, das für die Anleger am Ende teuer werden kann. Der Anleihenmarkt hat in den vergangenen Monaten immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Daher sollten sich die Anleger genau über ihre rechtlichen Möglichkeiten informieren. Es kann geprüft werden, ob einer außerordentliche Kündigung der Anleihe in Betracht kommt, wenn es zu einer Verlängerung kommt. Sollte es später zu Schwierigkeiten bei der Zinszahlung oder Rückzahlung der Anleihe kommen, können auch schon jetzt mögliche Ansprüche auf Schadensersatz geprüft werden, bevor das Kind möglicherweise in den Brunnen fällt.

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