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Eichels Klage auf höhere Pension verärgert die SPD

AFP VOM 1.11.2011 | Nachrichten - Allgemein | 934 Aufrufe
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Pension, Eichel

Nahles: Ex-Minister erweckt "verheerenden Eindruck"

Mit seiner Klage auf eine höhere Pension sorgt der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) für Verärgerung in seiner Partei. Eichels Vorgehen vor Gericht erwecke einen "verheerenden Eindruck", kritisierte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles in Berlin. Eichels Anwalt verteidigte dagegen dessen Klage auf zusätzliche Penionsansprüche.

Das Bundesverwaltungsgericht verhandelt am 24. November über den Fall. Es könne "nicht rechtens" sein, dass Eichels frühere Tätigkeiten als Beamter und Oberbürgermeister der Stadt Kassel bei seinen Bezügen "vollständig eliminiert und unberücksichtigt" geblieben sei, sagte sein Anwalt Wolfgang Klemt der "Bild"-Zeitung. Eichel will dem Bericht zufolge zusätzliche Pensionsansprüche in Höhe von monatlich rund 6350 Euro durchsetzen. Ihm würden demnach bei einem Erfolg 14.550 Euro Euro im Monat zustehen.

Eichel wehrt sich seit längerem vor Gericht dagegen, dass Ansprüche aus seiner Zeit als Kasseler Oberbürgermeister ruhen. Eichel war von 1975 bis 1991 Oberbürgermeister der nordhessischen Stadt, danach bis 1999 Ministerpräsident von Hessen und schließlich bis 2005 Bundesfinanzminister. Er hatte zunächst vor dem Verwaltungsgericht Kassel Recht bekommen. Der Verwaltungsgerichtshof Hessen wies seine Klage dagegen ab.

SPD-Generalsekretärin Nahles bezeichnete Eichels Klage als "seine reine Privatsache". Sie wies aber zugleich darauf hin, dass die SPD immer deutliche gemacht habe, "dass sie gegen eine Überversorgung ehemaliger Politiker" sei. Der Präsident des Steuerzahlerbunds, Karl Heinz Däke, bezeichnete Eichels Pensionsklage als "Skandal". Der Rechtsstreit sei "für die Steuerzahler nicht länger hinnehmbar", sagte Däke der "Mitteldeutschen Zeitung".

Eichel sieht dagegen kein Problem in der Höhe der Pensionsansprüche. Im Namen des Ex-Finanzminister erklärte sein Anwalt Klemt der "Bild"-Zeitung: "Die Altersbezüge politischer Amtsträger entsprechen nur einem geringen Bruchteil der Versorgungsbezüge, die in der Privatwirtschaft gezahlt werden, beispielsweise an Vorstandsmitglieder."

01.11.2011 - 15:00 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2011

Leserkommentare
von MKreutz am 04.11.2011 01:29:57# 1
Diese unglaubliche Raffgier ist die Hauptursache allen Übels in der Welt und sie entlarvt sie alle als das was sie wirklich sind entgegen dem was sie uns, während ihrer Zeit als Volksvertreter, vorgespielt hatten. Es ekelt mich.
    
von Volkspolizist am 04.11.2011 11:03:03# 2
Herr Eichel hatte weder als Oberbürgermeister, Ministerpräsident oder Finanzminister einen freien Samstag oder Sonntag, geschweige denn eine 40- oder 42-Stunden-Woche! Wenn das Verwaltungsgericht seine Klageansprüche ihm zugesprochen hat, so werden sich die fünf Richter der Kammer(3 Berufsrichter und zwei sach- und fachkundige ehrenamtliche Richter) wohl ausreichend mit den Rechtsgrundlagen befasst haben. Und aus 16 Dienstjahren als Oberbürgermeister ist nunmal ein Pensionsanspruch entstanden, der nicht durch spätere anderweitige (politische) Tätigkeiten erlischt.
    
von Rinter am 05.11.2011 21:14:45# 3
Weiter so!? Dem kleinen Mann werden monatliche Einkünfte von 1600,-- € auf seinen Witwerrentenanspruch angerechnet!
    
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