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Ehefrau von "Falschem Rockefeller" sagt vor Gericht aus

AFP VOM 2.6.2009 | Nachrichten - International | 789 Aufrufe
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Rockefeller

"Ich fand ihn sehr attraktiv"

Im Prozess gegen einen Deutschen, der sich in den USA jahrelang als Angehöriger der Rockefeller-Dynastie ausgab, hat dessen Ex-Frau ausgesagt. Als der aus Bayern stammende Christian Karl G. im vergangenen Jahr mit ihrer gemeinsamen Tochter verschwand, sei sie "unter Schock und hysterisch" gewesen, berichtete die 42-jährige Sandra Boss vor Gericht in Boston. Als das Mädchen nach sechs Tagen von der Bundespolizei FBI in Baltimore gefunden worden sei, habe sie vor Freude getanzt.

Die heute in London lebende Boss berichtete auch darüber, wie G. sie jahrelang täuschen konnte. Bei ihrem ersten Treffen 1993 in New York hätten sie sich sofort ineinander verliebt. "Ich fand ihn sehr attraktiv. Er war sehr intelligent, sehr höflich und konnte über alles reden." Sie habe G. auch seine Geschichte geglaubt, er wäre als Erbe der Rockefeller-Dynastie in New York im Luxus aufgewachsen, im Alter von nur 14 Jahren an der berühmten Yale-Universität aufgenommen und mit 18 Jahren zum Waisen geworden.

Nach der Heirat 1995 sei ihre Beziehung jedoch recht schnell "sehr stressig" geworden, sagte Boss. "Er schrie mich oft an und beschimpfte mich." Anzeichen auf psychische Probleme habe sie bei ihrem Mann jedoch nicht entdeckt. Die Scheidung im Dezember 2007 habe dann sie bezahlt und ihrem Ex-Mann noch 800.000 Dollar, beide Autos und ihren Verlobungsring gegeben.

Dem aus dem deutschen Ort Bergen stammenden G. drohen wegen Entführung seiner Tochter bis zu fünf Jahre Haft. Außerdem wird ihm vorgeworfen, gegenüber der Polizei einen falschen Namen angegeben zu haben, was mit bis zu einem Jahr Haft geahndet werden kann. Der Angeklagte trat in den USA jahrelang unter dem klangvollen Namen Clark Rockefeller auf. Zu der bekannten Industriellen-Dynastie gehört er jedoch nicht. Die Strategie seiner Anwälte zielt darauf ab, G. für psychisch krank und unzurechnungsfähig erklären zu lassen.

2. Juni 2009 - 10.38 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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