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Ecuador beschuldigt US-Ölkonzern Chevron der Einmischung

AFP VOM 11.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 601 Aufrufe
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Chevron

Streit um Verfahren wegen Umweltzerstörung

Die Generalstaatsanwaltschaft in Ecuador hat dem US-Ölkonzern Chevron-Texaco Einmischung in das Justizsystem des südamerikanischen Landes vorgeworfen. Der Vorwurf des Konzerns, die ecuadorianische Regierung übe Druck auf die Justiz aus, sei "grotesk und beleidigend", erklärte Generalstaatsanwalt Washington Pesántez. Der Konzern muss sich vor Gericht verantworten, weil die Ölförderung des von ihm 2001 aufgekauften Unternehmens Texaco zwischen 1964 und 1990 erhebliche Umweltschäden im ecuadorianischen Amazonasgebiet anrichtete.

Fachleute schätzen, dass Chevron möglicherweise bis zu 27 Milliarden Dollar (18,5 Milliarden Euro) Schadenersatz zahlen muss. Pesántez hatte zuvor die Justizbehörden in den USA aufgefordert, gegen Chevron wegen Schmiergeldzahlungen in Ecuador vorzugehen. Chevron nannte das am Mittwoch ein Ablenkungsmanöver und sprach von einer "vollständigen Politisierung des Justizsystems" in Ecuador.

Der Konzern verwies auf die vor einer Woche auf seiner Website veröffentlichten Videos, in denen er den Beweis für die Einflussnahme der Regierung des sozialistischen Präsidenten Rafael Correa auf die Justiz sieht. Auf den Videoaufnahmen sind Politiker von Correas Partei zu sehen, die dem für das Verfahren gegen Chevron zuständigen Richter zu verstehen geben, dass er im Fall einer Verurteilung des Konzerns mit einer reichlichen finanziellen Belohnung rechnen könne.

Pesántez kündigte an, das den von Chevron erhobenen Vorwürfen nachgegangen werde. Das Gerichtsurteil im Verfahren gegen Chevron wegen Umweltzerstörung soll eigentlich im Oktober fallen, dies könnte sich nun verschieben.

11. September 2009 - 12.38 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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