Die Europäische Union hat die Festnahme des sudanesischen Staatschefs Omar el Baschir gefordert. EU-Außenministerin Catherine Ashton rief den zentralafrikanischen Staat Tschad auf, Baschir auf seinem Territorium festzunehmen. Der sudanesische Präsident war am Mittwoch in das Nachbarland gereist. Baschir wird wegen Kriegsverbrechen und Völkermords international gesucht. Die Regierung des Tschad kündigte bereits an, den Aufrufen nicht Folge leisten zu wollen.
Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH), Luis Moreno-Ocampo, zeigte sich überzeugt, dass Baschir früher oder später zur Verantwortung gezogen werden könne. "Das ist nur eine Frage der Zeit", sagte Moreno-Ocampo in Den Haag.
Der Strafgerichtshof hatte im März 2009 Haftbefehl gegen Baschir erlassen. Ihm werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der südsudanesischen Krisenregion Darfur zur Last gelegt. Bei Kämpfen zwischen Rebellen und regierungstreuen Milizen kamen dort in den vergangenen sieben Jahren nach UN-Angaben 300.000 Menschen ums Leben.
22. Juli 2010 - 17.17 Uhr
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