EU-Kommission sagt Menschenhandel und Zwangsarbeit den Kampf an
AFP VOM 19.6.2012 | Nachrichten - Allgemein | 546 Aufrufe Mehr zum Thema:EU-Kommission, Menschenhandel, Zwangsarbeit
Spezialisierte Polizeieinheiten sollen über Grenzen hinweg ermitteln
Die EU-Kommission will Menschenhandel und Zwangsarbeit in Zukunft stärker bekämpfen. "Es ist erschreckend, dass in unserer heutigen Zeit noch immer Menschen verkauft oder als Zwangsarbeiter oder -prostituierte gehandelt werden", sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Dienstag in Brüssel. Die Schwedin fordert, dass sich in den EU-Mitgliedsländern spezielle Polizeieinheiten mit dem Problem Menschenhandel befassen und bei grenzüberschreitenden Fällen nationale Behörden unter Einbeziehung von Europol gemeinsam ermitteln.
"Auch wenn wir noch weit davon entfernt sind: Unser oberstes Ziel muss es sein, dem Menschenhandel definitiv ein Ende zu bereiten", erklärte Malmström. In der EU werden demnach jedes Jahr hunderttausende Männer, Frauen und Kinder Opfer von Menschenhändlern und zu Prostitution oder anderer Arbeit gezwungen, sowie für Organentnahmen, Zwangsheiraten oder illegale Adoptionen ausgebeutet. Nach Erkenntnissen von Europol werden beispielsweise Kinder für 20.000 Euro verkauft und dann zu Bettelei oder Ladendiebstahl gezwungen.
Malmström will nun einen EU-Mechanismus zur besseren Erkennung sowie zum Schutz und zur Unterstützung der Opfer schaffen. Die Innenkommissarin fordert zudem die europäischen Unternehmen auf, den Kampf gegen Menschenhandel zu unterstützen. Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) zufolge sind weltweit 20,9 Millionen Menschen, darunter mehr als fünf Millionen Kinder, Opfer von Zwangsarbeit und sexueller Ausbeutung.
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