Hohe Standards beim Datenschutz können nach Ansicht von EU-Justizkommissarin Viviane Reding die Internetindustrie beflügeln. Wenn Verbraucher Sicherheit über einen korrekten und transparenten Umgang mit ihren Daten hätten, würden sie gerade neue Technologien viel schneller annehmen, sagte Reding in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. "Wenn wir es nicht schaffen, den Bürgern das Vertrauen zurückzugeben, dass ihre Daten in sicheren Händen liegen, könnten moderne Technologien nicht so stark durchstarten wie erhofft."
Reding will heute Vorschläge für einen besseren Datenschutz vorlegen, die vor allem auf Dienste im Internet zielen. Die Verbraucher seien oft "schockiert", wenn ihnen der Umfang des Sammelns persönlicher Daten im Netz bewusst werde. "Unser Ziel ist, dass sie verstehen, was passiert", sagte Reding. "Es ist sehr wichtig, die bewusste Zustimmung zum Umgang mit den Daten zu erhalten." Dies sei möglich, wenn die Verbraucher ausreichend informiert würden.
Den Unternehmen käme ein einheitlich geregelter Datenschutz auch entgegen, weil sie sich dann nicht mehr auf eine Vielzahl unterschiedlicher nationaler Regelungen einlassen müssten, sagte Reding. "Diese Zersplitterung kostet jährlich 2,3 Milliarden Euro. Diese Kosten möchte ich mit klaren und effizienten Regeln vermeiden, die überall im Markt gleich angewandt werden."
Die Vorschläge Redings sehen unter anderem ein "Recht aufs digitale Vergessen" vor. Verbraucher sollen damit verfügen können, dass veröffentlichte Daten im Internet auf Antrag wieder gelöscht werden müssen. Zudem sollen Unternehmen den Verbrauchern auf Anfrage eine Kopie ihrer kompletten Daten zur Verfügung stellen. Grundsätzlich soll es den Plänen Redings zufolge zur Pflicht werden, dass Verbraucher der Nutzung ihrer Daten durch Firmen klar und eindeutig zustimmen. Bei Verstößen gegen den Datenschutz sollen Firmen Strafzahlungen von bis zu einer Million Euro drohen.
25.01.2012 - 12:00 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2011
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