EADS droht neuer Ärger wegen Kurssturz durch A380-Probleme
AFP VOM 25.1.2010 | Nachrichten - Allgemein | 1644 Aufrufe Mehr zum Thema:EADS, A380
Fondsgesellschaft will auf Schadenersatz klagen
Dem Airbus-Mutterkonzern EADS droht neuer juristischer Ärger wegen der Lieferverzögerungen beim Superjumbo A380 und beim Militärtransporter A400M. Die Fondsgesellschaft der deutschen Sparkassen, Deka Investment, und die Anlagegesellschaft der größten irischen Lebensversicherung, Irish Life Investment Managers (ILIM), fordern Ermittlungen gegen EADS. Das teilte das Handelsgericht in Amsterdam mit.
Das Handelsgericht werde die Parteien am Donnerstag erstmals hören, hieß es. Deka und ILIM wollten "sofortige Maßnahmen" erreichen, erklärte das Gericht ohne nähere Angaben. Auch die Anwälte der Unternehmen lehnten jegliche Stellungnahme ab. Die "Financial Times Deutschland" berichtet, Deka und ILIM wollten Schadenersatz von EADS wegen des Kursrutsches seiner Aktie in Folge der Lieferverzögerungen beim Superjumbo A380. Die EADS-Aktie war im Juni 2006 nach Ankündigung der Verzögerungen bei der A380 an einem Tag um mehr als ein Viertel ihres Wertes abgestürzt.
Das Landgericht Frankfurt am Main verhandelte derweil zudem 32 Klagen möglicherweise geschädigter EADS-Aktionäre. Ein Sprecher des Luft- und Raumfahrtkonzerns wies bereits am Sonntag gegenüber der "FTD" Vorwürfe wegen einer angeblichen Verletzungen börslicher Informationspflichten als "völlig unbegründet" zurück. Dies hätten auch Ermittlungen der Pariser Börsenaufsicht bestätigt.
EADS hatte im Juni 2006 Lieferverzögerungen beim Prestige-Projekt A380 bekanntgegeben, was zu einem massiven Kurssturz der Aktie des Konzerns führte. Die Pariser Börsenaufsicht hatte daraufhin ein Verfahren eingeleitet, weil eine ganze Reihe von Managern ihre Aktienoptionen schon vorher umgewandelt und dabei teils Millionengewinne erzielt hatte. Im Dezember sprachen die Börsenkontrolleure die 17 Führungskräfte jedoch vom Vorwurf des Insiderhandels frei.
Über die Verzögerungen und die Preisexplosion beim Militärtransporter A400M verhandelt EADS derzeit mit den sieben Abnehmerländern. Nach bislang ergebnislosen Gesprächen ist ein weiteres Treffen am Dienstag in Berlin geplant. Die A400M hätte ursprünglich schon Ende vergangenen Jahres ausgeliefert werden sollen. Die Auslieferung verzögert sich wegen technischer Probleme um mindestens drei Jahre, die Kosten könnten nach Schätzungen von Fachleuten um bis zu elf Milliarden Euro höher ausfallen als geplant. Hersteller und Abnehmer streiten sich, wer welche Summen übernimmt.
25. Januar 2010 - 17.51 Uhr
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