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EADS-Manager attackiert französische Justiz

AFP VOM 25.7.2008 | Nachrichten - Nachrichten | 1529 Aufrufe
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EADS, Manager, Aussage, Schwerverbrecher, Justiz

Sperl: Wurde behandelt wie ein Schwerverbrecher

Das deutsche Top-Management des EADS-Konzerns verschärft seine offenen Angriffe auf die französische Justiz wegen deren Ermittlungen in der Insider-Affäre. "Ich habe Zweifel an einem rechtsstaatlichen Verfahren. Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf zu erfahren, was da vor sich geht", sagte EADS-Manager Andreas Sperl der "Financial Times Deutschland". Unter anderem prangerte er die Umstände an, unter denen die Manager in Frankreich verhört werden.

Sperl war bis Herbst 2006 Airbus-Finanzvorstand und ist jetzt Leiter der EADS-Tochter Elbe Flugzeugwerke in Dresden. Der 60-jährige musste Anfang Juli vor der Finanzpolizei in Paris aussagen. "Ich wurde als Zeuge geladen und erschien freiwillig, denn ich habe nichts zu verbergen", sagte Sperl der Zeitung. "Unter einem fairen Verfahren hätte ich mir aber vorgestellt, dass ein Anwalt bei der Befragung anwesend sein kann, dass es fachkundige Übersetzer gibt und dass man menschenwürdig behandelt wird."

Sperl deutete dem Bericht zufolge an, dass die Finanzpolizei den in Frankreich möglichen Maximalrahmen für das Festsetzen und Befragen von Zeugen von 48 Stunden offensichtlich mutwillig voll ausreizt. "Die Haftbedingungen sind für einen freiwilligen Zeugen menschenunwürdig: Uhr, Gürtel und Brille werden abgenommen, in der Zelle gibt es keinen Tisch, nur eine verdreckte Matratze sowie nur eine Gemeinschaftstoilette", kritisierte der EADS-Manager.

"Man wird behandelt wie ein Schwerverbrecher", sagte Sperl. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, nach Recht und Gesetz gehandelt zu haben. Spätestens seit meiner eigenen Vernehmung durch die Finanzpolizei frage ich mich: Geht es wirklich um Aufklärung?" Ein Sprecher der Finanzpolizei wollte die Vorwürfe auf Anfrage der "FTD" nicht kommentieren. Erst kürzlich hatte der deutsche Airbus-Chef Thomas Enders in Bezug auf das Verfahren von einem Schauprozess und schlechtem Theater gesprochen.

25. Juli 2008 - 08.43 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008




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