Drogen-Verdacht gegen Friedman hat sich erhärtet
AFP VOM 13.6.2003 | Nachrichten - Aktuelles | 3776 Aufrufe Mehr zum Thema:Friedman
- Ermittler finden Kokaingemisch in beschlagnahmten Päckchen
Der Drogen-Verdacht gegen den TV-Moderator und Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, hat sich erhärtet: In den drei bei ihm beschlagnahmten Päckchen wurden Reste eines Kokaingemischs nachgewiesen, wie der Berliner Justizsprecher Björn Retzlaff mitteilte. Zwei der "szenetypischen Päckchen" seien in Friedmans Frankfurter Kanzlei gefunden worden, ein weiteres in seiner dortigen Wohnung. Dessen ungeachtet stellte sich Zentralrats-Präsident Paul Spiegel erneut hinter seinen Vize.
Die Konzentration des Kokains in den Funden kann nach Retzlaffs Angaben wegen der geringen Menge des Materials nicht mehr ermittelt werden. Ob Friedman tatsächlich der Besitzer der Päckchen war, sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Die verdächtigen Tütchen seien bei den Durchsuchungsaktionen am vergangenen Mittwoch durch den Einsatz von Spürhunden gefunden worden. Die Ergebnisse der Analyse einer Haarprobe, die bei Friedman genommen wurde, werden erst Ende kommender Woche erwartet.
Spiegel sagte dem Berliner "Tagesspiegel" nach Bekanntwerden des Untersuchungsergebnisses: "Es gibt keine Erkenntnisse darüber, dass Zentralrats-Vize Friedman bei der Ausübung seines Amtes Fehler gemacht hat." Er wolle erst einmal abwarten, was die Rechtsprechung ergebe: "Ich greife nicht in ein schwebendes Verfahren ein." Friedman äußerte sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen bislang nicht. Seine Tätigkeit als TV-Moderator für den Hessischen Rundfunk hat er vorläufig ausgesetzt. Er habe den HR-Intendanten Helmut Reitze gebeten, ihn bis zur Klärung der Vorwürfe von seinen Aufgaben als Moderator zu entbinden, ließ Friedman durch seinen Anwalt erklären. Zur Sache könne er sich erst nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft äußern, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sein würden.
13. Juni 2003 - 16.46 Uhr
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