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Drei bosnische Serben wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen gefasst - 1/1
AFP vom 26.02.2010   |   557 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - International

Drei bosnische Serben wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen gefasst

Gericht weist Karadzic-Antrag auf Verschiebung von Prozess ab

Drei bosnische Serben sind wegen der mutmaßlichen Beteiligung an dem Massaker von Srebrenica festgenommen worden. Das berichtete das nationale bosnische Fernsehen am Freitag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die drei Männer im Alter von 36, 39 und 42 Jahren seien bei Polizeiaktionen in drei verschiedenen Städten des Landes gefasst worden. Den Verdächtigen wird demnach vorgeworfen, "direkt in die Hinrichtungen von muslimischen Männern und Jugendlichen" verwickelt gewesen zu sein. Zudem seien sie an der Ermordung von mehr als tausend Opfern beteiligt gewesen, hieß es weiter.

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Im Juli 1995 waren bosnisch-serbische Milizen in die damalige UN-Schutzzone Srebrenica einmarschiert und hatten rund 8000 Muslime - vorwiegend Männer und Jungen - verschleppt und getötet. Das Massaker von Srebrenica wird vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag als Völkermord eingestuft.

Kurz vor Wiederaufnahme des Prozesses gegen den früheren bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic wies das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag den Antrag des Angeklagten auf eine Verschiebung ab. Karadzic werde wie geplant am Montag und Dienstag Stellung nehmen können, am Mittwoch solle dann die Beweisaufnahme beginnen, teilte das Gericht mit. Karadzic hatte gefordert, nach seiner Erklärung solle das Verfahren bis zum 17. Juni ausgesetzt werden, damit er mehr Zeit für seine Verteidigung habe.




Der Rechtsberater von Karadzic, Marko Sladojevic, kündigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an, dass sein Mandant gegen die Entscheidung des Tribunals Einspruch einlegen werde. Zuvor hatte er bereits gesagt, er sei "nicht sicher", ob Karadzic nach seinem Eingangsstatement nochmals vor Gericht erscheinen werde, sollte seinem Antrag nicht stattgegeben werden.

Karadzic hatte bereits den Beginn seines Prozesses im vergangenen Oktober boykottiert und dies unter anderem damit begründet, dass ihm nicht genug Zeit für das Aktenstudium gegeben worden sei. Der 64-Jährige wollte sich ursprünglich selbst verteidigen. Da er den Prozess boykottierte, entschied das Tribunal Anfang November, den Briten Richard Harvey zum Pflichtverteidiger zu berufen. Dagegen legte Karadzic vergeblich Widerspruch ein. Karadzic war im Juli 2008 nach einem 13 Jahre währenden Versteckspiel in Belgrad gefasst worden. Er muss mit einer Verurteilung zu lebenslanger Haft rechnen.

26. Februar 2010 - 18.50 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010



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