Drei Männer in London wegen Terrorplänen schuldig gesprochen
AFP VOM 7.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1052 Aufrufe Mehr zum Thema:Flüssig-Sprengstoff, Terror
Islamisten wollten Flüssig-Sprengstoff zünden
Wegen der Planung von Anschlägen mit Flüssig-Sprengstoff auf Transatlantik-Flüge im Jahr 2006 hat ein britisches Gericht Schuldsprüche gegen drei Männer gefällt. Unter ihnen ist nach Angaben des Londoner Gerichts vom Montag auch der Chef der islamistischen Gruppe. Wegen ihres Versuchs, tausende Fluggäste mit Flüssig-Sprengstoff zu töten, gelten bei Flügen nun strenge Regeln für die Mitnahme von Flüssigkeiten.
Der 28-jährige Chef der islamistischen Gruppe, Abdulla Ahmed Ali, sowie der 28-jährige Tanvir Hussain und der 29-jährige Assad Sarwar wurden vor dem Londoner Gericht der Verschwörung zur Ermordung tausender Menschen für schuldig befunden. Auch gegen den 31-jährigen Umar Islam wurde ein Schuldspruch wegen Verschwörung verhängt, seine Rolle bei den Anschlagsplänen konnte aber nicht vollkommen geklärt werden. Vier weitere Angeklagte befand das Gericht für nicht schuldig. Über das Strafmaß für die nun schuldig Gesprochenen soll am Montag kommender Woche entschieden werden.
Der britische Innenminister Alan Johnson begrüßte die Schuldsprüche. Der Fall erinnere an die "reale und ernsthafte Terrorgefahr", erklärte er.
Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, mit Flüssig-Sprengstoff Anschläge von "fast unvorstellbarem Ausmaß" geplant zu haben. Die Attentate sollten den Ermittlungen zufolge nahezu gleichzeitig in mindestens sieben Flugzeugen auf dem Weg vom Londoner Flughafen Heathrow in die USA und nach Kanada stattfinden. Die Terror-Gruppe wollte den Ermittlungen zufolge ein Gemisch aus explosivem Wasserstoff-Peroxid, Lebensmittelfarbe und einem alkoholfreiem Getränk in Getränkeflaschen füllen.
Die Anschläge wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft von einem unbekannten Terroristen in Pakistan mit Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida geplant. Der in Großbritannien geborene Ali wurde demnach in Pakistan über den Plan informiert und reiste dann nach Großbritannien, um dort eine Terrorzelle aufzubauen, das Bombenmaterial zu besorgen und die genauen Anschlagsziele festzulegen. Bei all diesen Schritten sei Ali aber von britischen Sicherheitskräften überwacht worden.
Nach der Aufdeckung des Komplotts wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Flugverkehr verschärft. Jeder Passagier darf nun nur noch insgesamt einen Liter flüssige Substanzen in Behältnissen von maximal 100 Milliliter und in einer durchsichtigen Tüte verpackt als Handgepäck mitnehmen.
7. September 2009 - 19.36 Uhr
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