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Drei Jahre Haft wegen Schiphol-Brandes

AFP VOM 15.6.2007 | Nachrichten - International | 982 Aufrufe
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Schiphol

Bei Feuer in Abschiebegefängnis starben elf Menschen

Mehr als anderthalb Jahre nach dem verheerenden Brand am niederländischen Flughafen Schiphol ist ein 25-jähriger Libyer zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht in Haarlem sah es als erwiesen an, dass der Mann mit einer brennenden Zigarettenkippe das Feuer im Abschiebegefängnis von Schiphol ausgelöst hatte. Ob er bewusst den Brand gelegt hatte, blieb ungeklärt. Doch sei er mit seiner Tat für den Tod von elf Menschen verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft wegen Brandstiftung gefordert.

Der Angeklagte, der damals ebenfalls in Abschiebehaft saß, hatte die Vorwürfe zunächst zurückgewiesen, während des Prozesses aber gestanden, dass er den brennenden Stummel in seine Zelle geworfen habe. Bei der Flucht ließ er dann die Tür offen stehen, so dass sich das Feuer rasend schnell ausbreitete.

Der Brand war in der Nacht zum 27. Oktober 2005 in einem Flügel des Zellenkomplexes ausgebrochen. Neun Männer und zwei Frauen starben, die übrigen der knapp 300 Abschiebehäftlinge konnten gerettet werden. Ein Drittel der Zellen brannte aus. Die Containeranlage war 2002 binnen weniger Monate und unter Missachtung wichtiger Brandschutzregeln hochgezogen worden. Eine unabhängige Untersuchungskommission gab im September 2006 daher den Behörden Mitschuld an dem Tod der Häftlinge. Justizminister Piet Hein Donner und Bauministerin Sybilla Dekker traten daraufhin zurück.

15. Juni 2007 - 18.04 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2007


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