Doping

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Strafbarkeit des Sportlers

Strafbarkeit des Doping

Wer Doping betreibt, verstößt nicht nur gegen Regeln des Sports, sondern kann sich damit auch strafbar machen. In Betracht kommen Vorschriften des StGB, des BtMG (Betäubungsmittelgesetz)und des AZMG (Arzneimittelgesetz). Zu unterscheiden ist zum einen die Strafbarkeit des Sportlers, zum anderen die der Betreuer (Trainer, Ärzte etc.).

Die Einnahme von Doping-Substanzen durch den Sportler selbst ist nicht strafbar . Die Selbstschädigung und Selbsttötung werden im deutschen Strafrecht nicht geahndet.

Sollten die Mittel aber in den Anwendungsbereich des BtMG fallen, kann sich der Sportler durch den Besitz strafbar machen. Zu Dopingzwecken missbraucht werden beispielsweise die verbotenen Betäubungsmitteln Kokain oder Morphium.

Schließlich kann eine Strafbarkeit wegen Betrugs gem. § 263 StGB in Betracht kommen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der gedopte Sportler eine Siegprämie erhalten hat. Der Veranstalter wurde von dem Sportler getäuscht und hat daraufhin eine Vermögensverschiebung (d.h. Geldzahlung) an den Sportler vorgenommen, dem diese nach den Wettkampfregeln nicht zustand. Der Sportler bereichert sich rechtswidrig und macht sich strafbar.

Strafbarkeit der Betreuer

Alle Personen, die im näheren Umfeld des Sportlers tätig sind, können sich im Zusammenhang mit Dopingfällen strafbar machen. Wegen körperlichen Schäden, die der dopende Sportler erleidet, kommen Strafregelungen aus dem Bereich der Körperverletzung oder sogar Tötung in Betracht. Das Verabreichen kann ebenso zur Strafbarkeit führen wie nur das Zugänglichmachen der schädigenden Substanzen.

Entscheidend für eine Strafbarkeit der Betreuer nach dem StGB ist, ob der Sportler um die leistungssteigernde Wirkung und die sich ergebenden Gefahren wusste. Ist dies der Fall und hatte der Sportler die freie Entscheidungsmöglichkeit, so greift der Grundsatz der Selbstverantwortung ein. Wer ein Risiko kennt, sich der möglichen Folgen bewusst ist und es trotzdem eingeht, nimmt eine Selbstgefährdung vor. Beteiligte, die diese Gefährdung veranlassen, machen sich nicht strafbar .

Anders ist die Situation, wenn der Sportler über die eingenommenen Mittel getäuscht wird oder aufgrund seiner geistigen Entwicklung (Kinder!!) nicht in der Lage ist, die Risiken richtig einzuschätzen. Derjenige, der solchen Sportlern ein schädigendes Dopingmittel verschafft oder verabreicht hat, macht sich einer fahrlässigen oder sogar vorsätzlichen Körperverletzung strafbar. Im Regelfall wird der Arzt, Trainer oder sonstige Betreuer im Gegensatz zum Gedopten Kenntnis von der Gefahr des Mittels für die Gesundheit des Athleten haben. Sollte der Sportler aufgrund der Substanz versterben, ist auch fahrlässige Tötung in Betracht zu ziehen.

Selbstverständlich ist auch bei den Betreuern an eine Strafbarkeit nach dem BtMG zu denken. Unter Strafe gestellt ist jegliche nicht besonders genehmigte Abgabe von Betäubungsmitteln.

Seit Ende September 1998 ist im Arzneimittelgesetz eine zusätzliche Strafvorschrift enthalten. Danach kann, wer Dopingmittel in den Verkehr bringt, verschreibt oder bei anderen anwendet, zu einer Gefängnisstrafe von bis zu 3 Jahren oder zu Geldstrafe verurteilt werden. Bei Vorliegen besonderer Voraussetzungen liegt der Strafrahmen zwischen 1 und 10 Jahren, z.B. bei Abgabe der Dopingmittel an Personen unter 18 Jahren oder um aus reinem Eigennutz Vermögensvorteile zu erlangen (Handel mit Dopingmitteln).
Nach dieser Vorschrift kann Doping strafrechtlich verfolgt werden, ohne dass eine Schädigung des Sportlers gegeben sein müsste. Täter können alle Beteiligten im Umfeld des Sportlers sein.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Doping - Worum es geht
Seite  2:  Was ist Doping?
Seite  3:  Die Dopingkontrolle
Seite  4:  Was passiert nach einem positiven Test?
Seite  5:  Zivilrechtliche Haftung
Seite  6:  Strafbarkeit des Doping
Seite  7:  Wie kann sich der Sportler wehren?
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