Was ist Doping?

Mehr zum Thema:

Sportrecht Rubrik, Doping, Sportrecht

3,57 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
7

Verbotene Substanzen und Methoden

Um wirksam gegen Doping vorgehen zu können, ist eine Definition des Begriffs notwendig. Erst wenn möglichst exakt bestimmt wurde welches Verhalten überhaupt unter "Doping" fällt, können Strafmaßnahmen bei einem positiven Befund angeschlossen werden.

Eine allgemeine Bestimmung wie z.B. "Die Verwendung eines Hilfsmittels, das potentiell schädlich für die Gesundheit des Sportlers und/ oder leistungssteigernd wirken kann" ist aus juristischer Sicht zu unbestimmt. Eine klare Grenzziehung wäre nicht möglich. Allein schon das Ausüben eines Hochleistungssports ist "potentiell schädlich für die Gesundheit".

Deshalb muss auf eine konkrete Bestimmung zurückgegriffen werden: Doping ist die Verwendung von Substanzen aus den verbotenen Wirkstoffgruppen und die Anwendung verbotener Methoden. Welche Substanzen und Methoden verboten sind, wird in einer Liste genau festgelegt. Für olympische Spiele wird diese Liste vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) aufgestellt. Bei anderen Wettkämpfen können Abweichungen auftreten, weil immer noch viele Verbände unterschiedliche Listen aufweisen. Als Beispiel für eine Verbotsliste soll hier die der IAAF (Internationaler Leichtathletik Verband) dienen.

  1. Im Einzelnen sind die folgenden Wirkstoffgruppen zu nennen:
    • Stimulantien: anregend, erhöhen die Aufmerksamkeit, z.B. auch Koffein wenn ein festgelegter Grenzwert überschritten wird
    • Narkotika: schmerzstillend, z.B. Morphine
    • Anabolika: Aufbau von Muskelmasse, z.B. Nandrolon, Testosteron
    • Diuretika: harntreibend, zum Gewichtsverlust
    • Peptide, Analoge: muskelaufbauende Wachstumshormone, z.B.Somatotropin (HGH), Erythropoietin (EPO)
  2. Hinzukommen Substanzgruppen, die mit Einschränkungen (je nach Verband) verboten sind, wie Alkohol, Marihuana oder Beta-Blocker.

  3. Als unerlaubte Methoden werden das Blutdoping (Verabreichung von Blutpräparaten um den Sauerstofftransport zu erhöhen) und die Manipulation von Urinproben aufgezählt.

Sollte bei einer Kontrolle einer der verbotenen Wirkstoffe oder eine unerlaubte Maßnahme nachgewiesen werden können, handelt es sich um Doping.

Der große Nachteil dieser Dopingdefinition ist eine Folge der genauen Bestimmbarkeit: Methoden und Wirkstoffe, die in den Listen nicht aufgezählt sind, werden auch nicht als Doping gewertet. Damit kommt es zu einem Wettlauf zwischen der Erfindung neuer Methoden/ Substanzen und der Aufstellung der Dopinglisten. Eine Lösung dieses Problems ist zur Zeit nicht in Sicht.

Eine Liste zulässiger Medikamente hat der Deutsche Sportärztebund aufgestellt. Allerdings dürfen diese Mittel auch nur aus medizinischen Zwecken und nicht zur Leistungssteigerung verabreicht werden.

1234
Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Doping - Worum es geht
Seite  2:  Was ist Doping?
Seite  3:  Die Dopingkontrolle
Seite  4:  Was passiert nach einem positiven Test?
Seite  5:  Zivilrechtliche Haftung
Seite  6:  Strafbarkeit des Doping
Seite  7:  Wie kann sich der Sportler wehren?
Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Sportrecht Sportrecht - Worum es geht