Die Beweislastumkehr

Mehr zum Thema:

Verfahrensrecht Rubrik, Beweis, Beweiswürdigung, Beweismittel, Zeuge

0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass im Gesetz Ausnahmen bestehen, nach denen eine so genannte Beweislastumkehr eintritt. Diese Beweislastumkehr bewirkt eine Beweiserleichterung, nach der entgegen dem beschriebenen Grundsatz nunmehr grundsätzlich den Gegner des Anspruchs das Risiko einer Unerweislichkeit der Tatsache trifft. Die Beweislastumkehr tritt häufig in den Fällen ein, in denen die Beweisführung einer Partei nicht zuzumuten ist, beispielsweise im Rahmen der Produkthaftung oder Arzthaftung. Denn in diesen Fällen hat die klagende Partei (z.B. ein Käufer oder Patient) meist keinen Einblick in den Produktionsablauf des Herstellers oder in das Geschehen während einer Operation. In dem Zusammenhang ist beispielsweise der Arzt, dem ein grober Behandlungsfehler nachgewiesen werden soll, verpflichtet, darzulegen und zu beweisen, dass sein Verhalten für den eingetretenen Schaden nicht ursächlich gewesen ist.

678
Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Die richterliche Beweiswürdigung
Seite  2:  Der Sachverständige
Seite  3:  Der Augenschein
Seite  4:  Der Zeuge
Seite  5:  Die Urkunde
Seite  6:  Die Parteivernehmung
Seite  7:  Die Beweislast - Wer hat was zu beweisen?
Seite  8:  Die Beweislastumkehr
Das könnte Sie auch interessieren
Verfahrensrecht Die allgemeinen Verfahrensgrundsätze im Zivilrecht
Verfahrensrecht StPO - Zeugnisverweigerungsrechte