Die Verbraucherinsolvenz

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Insolvenzrecht Rubrik, Fonds, Verbraucherinsolvenz, Insolvenz, Konkurs, Wohlverhaltensperiode, Verbraucherinsolvenzverfahren

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Die Verbraucherinsolvenz läuft folgendermaßen ab:

Von Rechtsanwalt Sascha Tawil

Seit 1999 können auch Privatleute wie Firmen Konkurs anmelden. Zunächst war das Interessegering, müssen für das Verfahren doch gut 1500 Euro an Gerichtskosten gezahlt werden. Werüberschuldet ist, kann die natürlich nicht aufbringen.

Doch seit einer Gesetzesänderung Ende 2001 kann man diese Kosten stunden lassen und nachdem Verfahren abstottern. Seither steigt die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ständig an.Rund 23.000 Menschen haben diese Möglichkeit, ihre Schulden abzutragen, bislang genutzt.Dazu kommt noch einmal dieselbe Zahl an ehemaligen Selbständigen, die pleite gegangensind. Das Verfahren ist sinnvoll: Für die Schuldner ergeben sich meist psychosozialeProbleme wie Flucht in die Sucht oder Ärger in der Ehe. Auch Obdachlosigkeit ist eineProblematik.

Das Verbraucherinsolvenzverfahren biete überschuldeten Menschen wieder eine Perspektive.Dass sie von ihren Schulden wieder herunterkommen, ist nicht zuletzt auch auswirtschaftlicher Sicht wichtig: "Die überschuldeten Haushalte werden kahlgepfändet unddamit aus dem Wirtschaftskreislauf ausgegrenzt", so Hofmeister. Angesichts der 55 Prozent,die die privaten Haushalte mit ihrem Konsumverhalten zum Bruttosozialprodukt beisteuern,keine erfreuliche Tatsache.

  • Zunächst muss der Schuldner versuchen, sich mit seinen Gläubigern außergerichtlichzu einigen und zum Beispiel eine Ratenzahlung, Stundung oder einen Teilerlassherauszuhandeln. Dieser Einigungsversuch - idealerweise mit Unterstützung einerSchuldnerberatungsstelle oder besser einem versierten Rechtsbeistand - ist dieVoraussetzung für eine spätere gerichtliche Einigung.

  • Wird der Schuldner sich mit seinen Gläubigern nicht einig, kann er beim Amtsgerichteinen Antrag stellen auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens. Hierbeibeantragt er auch die Restschuldbefreiung.

  • Auch das Gericht versucht nun erst einmal, eine Einigung mit den Gläubigern zuerreichen. Klappt das nicht, kommt das Verfahren in Gang: Der Richter setzt einenInsolvenzverwalter ein. Dieser verteilt in den folgenden Jahren das Vermögen desSchuldners auf die Gläubiger.

  • Mit dessen Einsetzung beginnt die sogenannte "Wohlverhaltensphase". Sie dauertsechs Jahre. Ein Teil des Gehalts - auch pfändbarer Teil genannt - wird in diesen sechsJahren vom Arbeitgeber oder Arbeitsamt direkt auf ein Treuhänderkonto abgeführt.Erbt der Schuldner in dieser Zeit etwas, muss er davon die Hälfte abführen.

  • Sind die sechs Jahre vergangen, erlässt das Gericht die Restschulden. Die Gläubigermüssen auf noch ausstehende Beträge verzichten.

Wichtig: Während dieser Wohlverhaltensphase hat der Schuldner einige Pflichten.Vernachlässigt er diese, gibt es keine Restschuldbefreiung. Der Schuldner darf geerbtesVermögen nicht verschweigen, muss jede zumutbare Arbeit annehmen, wenn er arbeitslos ist,und natürlich Arbeitsplatz- und Wohnortswechsel angeben.

Runter vom Schuldenberg - Seriöse Hilfe ist wichtig

Drückt die Schuldenlast, ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen - je früher, destobesser. So kann möglicherweise noch eine Lösung gefunden werden, bevor es zum Konkurskommen muss. Beratungsstellen von Verbraucherzentralen, Wohlfahrtsverbänden,Kommunen oder Kirchen helfen kostenlos weiter. Gemeinsam mit dem Schuldner wirddessen finanzielle Situation genau untersucht und ein Schuldenbereinigungsplan aufgestellt.Außerdem tut man sich mit Hilfe der Beratungsstellen leichter, mit den Gläubigern zuverhandeln. Auch wenn die Wartezeit lang ist, Geduld lohnt sich.

Von Versprechen wie dem einer "unkomplizierten Sofort-Hilfe", wie man sie oft inTageszeitungen findet, sollte man die Finger lassen - so verlockend sie einem in dermisslichen Lage auch erscheinen mögen. Die einzige Absicht der kommerziellenSchuldenregulierer sei die, meist im Voraus saftige Gebühren für überflüssige und wertloseDienstleistungen zu kassieren, warnen Verbraucherzentralen. Auch Beratungsangebote über0190-Nummern halten oft nicht, was sie versprechen.

Werden zunächst Mitgliedsbeiträge, Bearbeitungsgebühren oder Einmalbeträge für dieFallbearbeitung verlangt, ist Vorsicht geboten. Die seriöse Schuldnerberatung bei anerkanntenVereinen und Trägern ist generell kostenlos.

Lassen Sie sich nur von versierten Fachkräften (wie zum Beispiel von Rechtsanwälten,welche ihrer Berufsordnung unterworfen sind) beraten.

Denn bedenken Sie: Es geht um ihre Existenz und Zukunft.

Wir betreuen eine Vielzahl derartiger Fälle. Betroffene sollten in jedem Fall rechtlicheBeratung in Anspruch nehmen um die genauen Chancen und Risiken auszuloten.

Hierfür stehen wir jederzeit zur Verfügung.

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