Die Sterbehilfe

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Sterbehilfe im Ausland

In vielen Industrieländern regt sich verstärkt der Wunsch nach legalen Formen der Sterbehilfe. In der aktuellen Entwicklung zur Sterbehilfe haben die Niederlande eine Vorreiterrolle eingenommen.

Seit den 80er Jahren wird in den Niederlanden die aktive Sterbehilfe praktiziert. Auf Druck der Bevölkerung hin hat das Parlament in Den Haag am 28.11.2000 ein Gesetz verabschiedet, dass die aktive Sterbehilfe unter strengen Auflagen aus der Strafbarkeit herausnimmt.
Der Todeskandidat muss seinen Wunsch zu sterben unbeeinflusst und bei klarem Bewusstsein wiederholt geäußert haben. Dieser Wille muss schriftlich fixiert werden. Sein Leiden soll unerträglich und durch keinerlei medizinische Maßnahmen zu lindern sein. Vor der Sterbehilfe soll der Arzt einen Kollegen zu Rate ziehen und nachher dem Leichenbeschauer die Todesursache "Sterbehilfe" mitteilen. Der Leichenbeschauer hat das Recht bei Zweifeln die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Das Gesetz findet nur auf erwachsene Patienten Anwendung. 12- bis 16-Jährige benötigen das Einverständnis der Eltern für den ärztlichen Eingriff.

Durch den als Sterbehilfearzt bekannt gewordenen Jack Kevorkian aus Michigan wird auch in den USA heftig über Sterbehilfe diskutiert. Mr. Kevorkian wurde für mehrere Fälle, in denen er den Patienten die Möglichkeit zur Selbsttötung geschaffen hatte, freigesprochen. Zuletzt wurde er aber zu mehreren Jahren Haft verurteilt, weil er einem Patienten die tödliche Dosis eigenhändig verabreicht hatte.Nur in den Bundesstaaten Oregon und New York gibt es ein Recht auf aktive Sterbehilfe, was aber von Behindertengruppen und Lebensschützern angefochten wurde und derzeit vom Supreme Court geprüft wird.

In der australischen Provinz Northern Territory gibt es seit 1996 ein liberales Sterbehilfegesetz, das es Ärzten erlaubt, unheilbar kranken Patienten eine tödliche Injektion zu setzen. Auch die australischen Ärzte müssen strenge Kriterien befolgen, z.B. muss wenigstens ein weiterer Arzt in die Sterbehilfe einwilligen.

Im Juni 1999 hat sich die Parlamentarische Versammlung des Europarates in Straßburg gegen eine Legalisierung aktiver Sterbehilfe ausgesprochen.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Sterbehilfe - Worum es geht
Seite  2:  Euthanasie
Seite  3:  Aktive Sterbehilfe
Seite  4:  Indirekte Sterbehilfe
Seite  5:  Passive Sterbehilfe
Seite  6:  Sterbehilfe bei speziellen Krankheitsbildern
Seite  7:  Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung
Seite  8:  Rechtsprechung zur Sterbehilfe
Seite  9:  Sterbehilfe im Ausland
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