Patientenverfügung - Anleitung

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Wie bereits oben erwähnt, halten wir nichts von einem Formular für eine Patientenverfügung. Um die Ernstlichkeit Ihrer Verfügung zu unterstreichen, sollten Sie die Ihnen wichtigen Punkte selbst ausformulieren - Sie können dabei auch immer beschreiben, warum Sie sich z.B. für den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen im Fall eines Wachkomas entscheiden. Unterstreichen Sie Ihre Entscheidungen durch Beschreibungen von Situationen, die Sie dazu bewegt haben, z.B. der qualvolle Tod eines Angehörigen. Sie können auch Ihre Weltanschauung und religiöse Einstellung zur Verdeutlichung Ihres Willens darlegen.

Im Folgenden werden die wichtigsten Punkte genannt, die enthalten sein sollten. Sie können natürlich, gerade bei der Frage der medizinischen Behandlung, Punkte weglassen, hinzufügen oder verändern.

Patientenverfügung

123recht.net Tipp:

Sorgen Sie vor für den Fall, dass Ihnen etwas passiert. Wer soll Ihre Angelegenheiten regeln? Ob Alter, Krankheit oder Unfall: Bestimmen Sie einen Bevollmächtigten, der Sie vertritt und für Sie handeln soll, wenn Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Auch Ehepartner benötigen eine ausdrückliche Bevollmächtigung!

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1. Pesonalien

Vor- und Zuname, Geburtsdatum
Adresse
Telefonnummern

Wichtige Vorerkrankungen
Hausarzt

2. Vorinformationen

  • Ich möchte von den Ärzten jederzeit über meinen Krankheitszustand aufgeklärt werden (JA / Nein)
  • Ich bin mir des Inhalts und der Tragweite meines geäußerten Willens bewusst
  • Um ein unwürdiges Dahinvegetieren und qualvolles Leiden im Sterbeprozess zu vermeiden, möchte ich selbst entscheiden, ob mein Leben künstlich aufrechterhalten und meine Qualen und Leiden verlängert werden oder ob dem natürlichen Sterbeprozess sein Lauf gelassen wird
  • Meine eigenen Wertvorstellungen sollen über Lebenmüssen oder Sterbendürfen entscheiden - Wertvorstellungen gegebenenfalls darlegen!
  • In meinem Willen soll auch dann gehandelt werden, wenn es andere (Ärzte oder Angehörige) für unvernünftig oder medizinisch nicht vertretbar halten

3. Anweisung an meine Ärzte

Für den Fall, dass ich nicht mehr fähig sein sollte, mich zu äußern, verfüge ich im voraus:

Ich setzte es als selbstverständlich voraus, dass mir mein Leben gerettet wird, sofern dies nach menschenmöglichem Ermessen möglich ist und dass man mich sterben lässt, wenn mindestens zwei der mich behandelnden Ärzte zu einer infausten (hoffnungslosen) Prognose gelangt sind.

Von lebensverlängernden und lebenserhaltenden Maßnahmen

  • z.B. künstliche Nahrungszufuhr
  • Sauerstoffzufuhr und künstliche Beatmung
  • Anwendung von Antibiotika / sonstige Medikation
  • Bluttransfusion und Dialyse
  • Wiederbelebung
  • (nichtzutreffendes bitte streichen oder Ergänzungen machen)

bitte ich dann Abstand zu nehmen ( passive Sterbehilfe ), wenn zwei Ärzte diagnostiziert haben, dass:

  • ein irreversibler Sterbeprozess eingetreten ist oder
  • nur eine geringe Aussicht besteht, dass ich mein Bewusstsein wiedererlange (Zeitangabe möglich, z.B. Wachkoma länger als 6 Monate)
  • eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass ich eine schwere Dauerschädigung meines Gehirns davontrage (gegebenenfalls Art der Schäden beschreiben)
  • oder nur eine risikoreiche Operation helfen könnte, d.h. eine Operation mit einer Todeswahrscheinlichkeit von mindestens 80 Prozent
  • ich an unerträglichen Schmerzen leide, die auch mit den Mitteln heutiger moderner Schmerztherapie nicht zu beseitigen sind
  • (nichtzutreffendes bitte streichen oder Ergänzungen machen - wenn möglich einzelne Punkte zusätzlich erklären)

Mir sind Schmerzen zu nehmen und im höchsten, dem neuesten Stand der Medizin entsprechendem Maße zu lindern.
Die Bemühungen der Ärzte sollen sich auf Hilfe beim Sterben beschränken, also auf eine Linderung von Beschwerden bei gleichzeitigem Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen.
Eine Basisbetreuung soll aber aufrecht erhalten werden, d.h. menschenwürdige Unterbringung, Zuwendung, Körperpflege, Lindern von Schmerzen, Atemnot und Übelkeit sowie Stillen von Hunger und Durst.
Wenn eine Leidensminderung im Vordergrund der Behandlung steht, dann wird von mir die Möglichkeit einer Lebensverkürzung als ungewollte Nebenwirkung ( indirekte Sterbehilfe ) in Kauf genommen.

Für den Fall des Hirntodes bin ich mit der Entnahme von Organen einverstanden.
(JA / Nein, gegebenenfalls welche Organe)

Ich möchte mit dieser Verfügung weder Ärzten noch dem Pflegepersonal eine strafbare aktive Tötung zumuten. Ärzten, die im Sinne dieser Verfügung handeln, sollen daraus keine rechtlichen Folgen entstehen.

Diese Verfügung bindet auch Personen, die stellvertretend für mich handeln sollten.

Ort, Datum, Unterschrift

Eventuell Unterschrift von Zeugen

Erneute Bestätigung mit Ort, Datum, Unterschrift etwa jährlich

!!!!Wichtig: Bitte streichen Sei einzelne Passagen oder machen Sie Ergänzungen - verfassen Sie die Verfügung so individuell wie möglich!!!!

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Die Patientenverfügung - Worum es geht
Seite  2:  Rechtliche Grundlage der Patientenverfügung
Seite  3:  Rechtliche Grundlage der Vorsorgevollmacht
Seite  4:  Was Sie beachten sollten!
Seite  5:  Patientenverfügung - Anleitung
Seite  6:  Vorsorgevollmacht - Formular
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