Zunächst bringt der kuaar twac in Erfahrung, wie viele Rinder die Täterfamilie besitzt und ob sie bereit wären, eine Sühneleistung (Blutschuld) zu übernehmen. Diese Entschädigung ist in Vieh zu bezahlen. Danach fragt er bei der Verwandtschaft des Toten, ob sie mit einer Blutschuld einverstanden sind. Diese beharren, da es so üblich ist, auf Rache. Der Priester weiß dies ebenfalls und weicht nicht von seinem Vorschlag ab. Er droht sogar mit Flüchen.
Irgendwann lenkt die Familie ein. Natürlich nicht wegen des Viehs, sondern weil der Geist des Verstorbenen die Familie ihrer Ansicht nach nicht eher in Ruhe lässt. Es soll möglichst bald eine Frau mit dem Toten verheiratet werden. Ein Verwandter des Toten heiratet bei dieser Geisterhochzeit eine Frau im Namen des Getöteten. Die als Entschädigung gedachten Rinder nehmen bei dieser Geisterheirat den Platz des Toten ein. Um seinem Geist endgültig Frieden zu gewähren, gelten die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder als Kinder des Getöteten.
Wiedergutmachung dient also der Besänftigung des Geistes. Als Buße erhalten die Verwandten der Opfer zwischen 40 und 50 Stück Vieh. Zur Versöhnungszeremonie kommt es, wenn etwa 20 Rinder übergeben wurden. Der Priester bringt sie ins Dorf des Opfers, dort werden sie in den Stall eines Verwandten gebracht. In den Stall des Toten dürfen die Tiere erst, nachdem der kuaar twac einen Ochsen, den so genannten yang ketha (Kuh der Gallenblase), ihrem höchsten Gott kwoth geopfert hat. Die Verwandtschaft des Verstorbenen zerhacken den Ochsen und stecken die Gallenblase in eine mit Wasser, Milch und Medizin gefüllte Kürbisflasche, aus der dann alle trinken. Damit ist die Gefahr des nueer gebannt.
Damit ist die Versöhnungszeremonie beendet. Der Priester begleitet den Täter zu seinem verlassenen Hof. Dort opfert er den yang miem (die Kuh der Haare). Nun darf der Verursacher wieder seine Haare schneiden, er ist frei von der Blutschuld.
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