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Die Justiz im Dritten Reich
Seite 1 - skg vom 30.05.2006

Die Justiz im Dritten Reich

Die dunkelste Stunde deutscher Juristen

Dieser Artikel soll einen Ansatz bieten, wie die Justiz und das Rechtssystem im Dritten Reich aussah und warum von den Juristen kaum Gegenwehr gegen das Naziregime ausging.

Deutsche Justiz im Dritten Reich ist ein heikles Thema. In der Diktatur der Nationalsozialisten wurden Menschenrechte ignoriert und konsequent mit Füßen getreten. Kann in einem derartigen Regime, das alle Rechtsstaatsgrundsätze wie etwa Gewaltenteilung ausschaltet, überhaupt von Justiz oder Recht im Allgemeinen gesprochen werden?

Juristen jener Zeit werden verteufelt, entschuldigt, einige wenige als Widerstandskämpfer gefeiert. Roland Freisler etwa, Präsident des Volksgerichtshofes, ging als die "Bestie mit der roten Robe" in die Geschichte ein und verhängte in seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit 2500 Todesurteile.

Ebenso Franz Schlegelberger, Staatssekretär im Reichsjustizministerium, der dem Druck von Hitler und Himmler nicht gewachsen war und seine Skrupel völlig hinter den Anordnungen des Führers zurücksteckte. Er war unter den Angeklagten in den Nürnberger Juristenprozessen der ranghöchste Jurist und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Aus seiner Feder stammte z.B. die Polenstrafrechtsverordnung. Diese sah die Todesstrafe für Polen beim Abreißen von Plakaten vor.

Dagegen gilt der Amtsrichter Lothar Kreyssig als Widerstandskämpfer. Kreyssig war einer der wenigen deutschen Richter, die es ablehnten, in die NSDAP einzutreten. Dies begründetet er mit seiner richterlichen Unabhängigkeit. Kreyssig war der einzige Richter, der die Euthanasie öffentlich anprangerte. Dies gipfelte in der Strafanzeige gegen SS Reichsleiter Bouhler wegen der Aktion T4 (Ziel war die Ermordung tausender Behinderter). Diese Anzeige brachte ihm die sofortige Versetzung in den Ruhestand, aber ein Verfahren blieb Kreyssig zu seinem Glück erspart.



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Die Justiz im Dritten Reich
Das Rechtssystem der Nazis - ein kleiner Überblick
Der nationalsozialist-
ische Doppelstaat
Der Normenstaat - alles Auslegungssache
Der Weg zum Polizeistaat
Gründe für das Versagen der deutschen Justiz
Reichsgerichtspräs-
ident Dr. Bumke
Bumkes endgültige Entfremdung von der Menschlichkeit


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Sven Kienhöfer, Waldstetten
beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Verkehrsrecht, Versicherungsrecht, Sozialversicherung und hat Interessensschwerpunkte: Sozialrecht, Medizinrecht.
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