Verbraucherinsolvenzverfahren

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Insolvenzrecht Rubrik, Insolvenzordnung

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Dieses Verfahren wird auf natürliche Personen angewendet, die keine oder nur eine geringfügige selbständige wirtschaftliche Tätigkeit ausüben.

Es unterscheidet sich in vielen Punkten von der Regelinsolvenz:
Zunächst wird ein Schuldenbereinigungsplan aufgestellt. Für diesen bestehen keine inhaltlichen Normierungen, es gibt nur bestimmte Vorstellungen des Gesetzgebers:

  • Stundungen,
  • Ratenzahlungen,
  • (Teil-) Erlasse oder
  • Wiederauflebungsklauseln (Fortführung der Unternehmung) können Bestandteile des Plans sein.
Das stellt einen Versuch der außergerichtlichen Einigung dar, der Schuldner muss dafür seine Vermögensverhältnisse detailliert offen legen.

Im Vermittlungsverfahren haben die Gläubiger schriftlich zum Schuldenbereinigungsvorschlag Stellung zu nehmen. Dabei kommt allerdings in der Regel keine Mehrheit dafür zustande. In diesem Fall kann das Gericht bestimmen, dass der Vorschlag angenommen wird, wenn die "finanzielle" Mehrheit der Gläubiger zugestimmt hat. Bei Annahme des Plans (mit oder ohne gerichtlichen Beschluss) richten sich die Ansprüche allein danach.

Bei Ablehnung wird das bisher ruhig gestellte Insolvenzverfahren offiziell aufgenommen, soweit es nicht mangels Masse abgelehnt wird. Der Vorgang ist aber im Vergleich zur Regelinsolvenz vereinfacht: Es gibt keinen Berichtstermin und auch keinen Insolvenzverwalter. Entweder wird ein Treuhänder eingesetzt oder es besteht eine direkte Zuständigkeit der Gläubiger. Die Kosten werden so möglichst gering gehalten. Sonstiger Verlauf: siehe Regelinsolvenz .

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Die Insolvenzordnung vom Januar 1999
Seite  2:  Regelinsolvenzverfahren
Seite  3:  Verfahrensbeteiligte
Seite  4:  Der Insolvenzantrag
Seite  5:  Insolvenzgründe
Seite  6:  Verbraucherinsolvenzverfahren
Seite  7:  Restschuldbefreiung nach sieben Jahren
Seite  8:  Obliegenheiten während der Wohlverhaltensperiode
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