Inhalt der Vereinbarungen

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Internationales Recht Rubrik, Menschenrechte, Taliban, Genfer, Dunant

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Leider stellte sich im Laufe der Jahre immer wieder heraus, dass die vorhandenen Vorschriften der Genfer Konvention nicht ausreichend waren. Immer wieder fanden sich Schutzlücken. Die 1864 verabschiedete Konvention spricht beispielsweise von verwundeten Soldaten im Felde. Was sollte aber mit Soldaten geschehen, die auf Schiffen oder in der Luft verwundet wurden?

Erste Ergänzungen und Modifikationen gab es deshalb schon in den Jahren 1899 und 1907 durch die Hager Landkriegsordnung und 1907 durch die Vereinbarung zum Schutz der Opfer von Seekriegen sowie 1929 durch das Genfer Verwundeten- und Kriegsgefangenen-Abkommen. In den beiden Weltkriegen stellte sich die Landkriegsordnung jedoch als unzulänglich heraus. Deshalb überarbeitete man nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahr 1949, die alten Vorschriften und kam zu vier Genfer Abkommen mit Zusatzprotokollen, die nun umfassenden Schutz versprachen.
Sie besitzen noch heute Gültigkeit:

  • Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde vom 12. August 1949
  • Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten, der Kranken und der Schiffbrüchigen der bewaffneten Kräfte zur See vom 12. August 1949
  • Genfer Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen vom 12. August 1949
  • Genfer Abkommen über den Schutz der Zivilpersonen in Kriegszeiten vom 12. August 1949
  • Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte und Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer nicht internationaler bewaffneter Konflikte

In allen vier Abkommen ist Art. 3 Abs. 2 identisch formuliert und stellt eine Quintessenz der Gedanken Dunants dar:
"Personen, die nicht unmittelbar an den Feindseligkeiten teilnehmen, einschließlich der Mitglieder der Streitkräfte, welche die Waffen gestreckt haben, und der Personen, die durch Krankheit, Verwundung, Gefangennahme oder irgendeine andere Ursache außer Kampf gesetzt sind, werden unter allen Umständen mit Menschlichkeit behandelt, ohne jede auf Rasse, Farbe, Religion oder Glauben, Geschlecht, Geburt oder Vermögen oder auf irgendeinem anderen ähnlichen Unterscheidungsmerkmal beruhende Benachteiligung".

Diese Norm verpflichtet alle "Kriegsherren", unabhängig davon, ob sie die Genfer Konvention unterschrieben haben oder nicht. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, kann wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt werden.

Um die Anklage zu gewährleisten, soll zukünftig ein Internationaler Strafgerichtshof errichtet werden. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier .

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Die Genfer Konvention
Seite  2:  Wie alles begann
Seite  3:  Inhalt der Vereinbarungen
Seite  4:  Aktuelle Entwicklung
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