Die Bürgschaft - ein finanzielles Risiko!

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Begriff der Bürgschaft

Die Bürgschaft - ein finanzielles Risiko!

In der Praxis zählt die Bürgschaft zu den wichtigsten persönlichen Kreditsicherungsgeschäften. Für den Bürgen ist sie prinzipiell riskant und kann zur heillosen Verschuldung führen. Denn im Volksmund heißt es: “Einen Bürgen kannst du würgen“. Eine Weisheit, die sich leider oft bestätigt. Denn ein Bürge kann sich von einer einmal eingegangenen Verpflichtung in der Regel nicht befreien. Die Risiken lassen sich jedoch erheblich reduzieren, wenn nachfolgende Grundsätze beachtet werden:

Der Bürge verpflichtet sich gegenüber dem Gläubiger (i.d.R. Bank), für die Verpflichtungen des Schuldners einzustehen. Die Bürgschaftserklärung des Bürgen ist nur dann wirksam, wenn sie schriftlich abgegeben wird.

Marcus Alexander Glatzel
seit 2004 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
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E-Mail:
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Besondere Formen der Bürgschaft

Für den Bürgen vorteilhaft ist die sog. Ausfallbürgschaft. Hier muss der Bürge nur dann für die Verbindlichkeiten des Schuldners einstehen, wenn der Gläubiger alles versucht hat, um andere Sicherheiten (z.B. durch Zwangsvollstreckung) vom Schuldner zu bekommen.Häufig fordern Banken jedoch eine selbstschuldnerische Bürgschaft. Diese hat für die Bank den Vorteil, dass der Bürge bereits dann haftet, wenn der Schuldner lediglich in Zahlungsverzug geraten ist. Die Bank kommt also schneller an ihr Geld und muss nicht prüfen, ob sie andere Sicherheiten des Schuldners verwerten kann.

Vorsicht vor dem Kleingedruckten!

In zahlreichen Fällen hat der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht in einem seiner spektakulärsten Fälle zur „Verwandtenbürgschaft“ zu Gunsten des Bürgen entschieden. So hat sich in einem Fall der Bürge verpflichtet, auch für künftige Forderungen des Schuldners einzustehen, die er im Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht kannte. Nach ständiger Rechtsprechung ist eine solche Globalbürgschaft unwirksam, da sie den Bürgen unangemessen benachteiligt.

In einem anderen Fall erklärte das Gericht eine Ehegattenbürgschaft für sittenwidrig, da eine Hausfrau für ihren Ehemann aus emotionaler Verbundenheit bürgte und dadurch in eine finanziell ausweglose Lage geriet. Denn die Ehefrau verfügte über kein Einkommen und überforderte sie krass.

Hauskauf und Bürgschaft

Spielen Sie mit dem Gedanken, ein Haus von einem Fertighaushersteller zu kaufen, wird von Ihnen in der Regel einen Bankbürgschaft verlangt. Die Bank verpflichtet sich dabei, für Ihre Schulden gegenüber dem Unternehmer einzustehen. Eine solche Bankbürgschaft ist allerdings teuer, sie kostet bis zu drei Prozent der Bürgschaftssumme. Daher empfehlen wir Ihnen, einen Gegenleistung vom Unternehmer zu fordern, nämlich eine sog. Fertigstellungs-. und Gewährleistungsbürgschaft. Hierbei haftet die Bank des Unternehmers für die Erfüllung des Vertrages. Lehnt das Unternehmen allerdings eine solche Sicherheit ab, lassen Sie die Finger von dieser Firma!! Denn sie könnte kurz vor der Pleite stehen.

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Bürgschaftsvertrag nicht in Ordnung ist, lassen Sie ihn dringend von einem Rechtsanwalt prüfen. Denn die Bürgschaft könnte bereits unwirksam sein.


Ihr Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

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63450 Hanau

Telefon: 06181-6683 799
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