Der steinige Weg zur Macht

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Hintergründiges - Weites Land und Postreiter

Der historische Hintergrund

Das System mit den Vorwahlen, Caucuses und Delegierten mag heutzutage etwas merkwürdig wirken. Es hat aber auch eine lange Tradition, die noch in die Zeit der Gründerväter zurückreicht, in der es in dem weitläufigen Land durchaus seinen Sinn hatte. In einer Zeit ohne Telekommunikation wäre es unmöglich gewesen, eine Wahl in einem so großen Land durchzuführen. Man hätte, nachdem der neue Präsident vereidigt worden ist, gleich wieder mit dem Wählen anfangen können. Ständig wären Postreiter unterwegs gewesen, um die Wahlergebnisse auszutauschen. So musste nur der Delegierte einer niedrigen Instanz eine Reise unternehmen, um die Entscheidung seines Wahlkreises auf der nächsten politischen Ebene zu verkünden und an der Entscheidung dort teilzunehmen. Das ging so weiter, bis die endgültige Wahl getroffen war.

Für mich zum Schotter!

Der Kandidat muss die Kosten für seinen Wahlkampf aus eigener Tasche bezahlen. Die Ausgaben gehen in Höhe von mehreren Millionen Dollar, ohne dass der eigentliche Wahlkampf begonnen hat. Neben dem Kampf um die Kandidatur sind die Kontrahenten vollauf damit beschäftigt, Geldquellen zur Finanzierung ihres Wahlkampfes aufzutun. Das eröffnet der Wirtschaft die Möglichkeit, ihren Einfluss auf den Ausgang der Wahlen zu nehmen, indem sie „ihrem“ Kandidaten eine finanzkräftige Unterstützung zuschanzen. So geschehen im Wahlkampf des amtierenden Präsidenten, der unter anderem durch die Gelder der Ölindustrie in Amt und Würde gehievt wurde.

Schon manchen Kandidaten hat die Vorwahl nicht nur nervlich aufgerieben, sondern auch finanziell in den Ruin getrieben. Das birgt natürlich auch Vorteile für Bush, dem dieser kostenaufwändige Vorlauf erspart bleibt und der sich gleich auf den eigentlichen Wahlkampf konzentrieren kann. Die Wahl des Präsidenten folgt einem ähnlich komplizierten System wie die Vorwahlen. Auch hier wird der Sieger über Delegierte, so genannte Wahlmänner, bestimmt. Tom Slade, früherer Republikanischer Parteivorsitzender in Florida, sagte dazu: „Präsident Bush hat die besten Voraussetzungen, doch andererseits kann es auch Nachteile haben, das Amt bereits zu bekleiden. Immerhin muss er seine vierjährige Regierungszeit gegen Anfeindungen verteidigen. Ich habe mich oft gefragt, für wen der Wahlkampf wohl leichter ist - für den Amtsinhaber oder für den Herausforderer. Vielleicht gibt diese Wahl eine Antwort darauf.“

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Das (Vor-)Wahlsystem der USA
Seite  2:  Die Vorwahlen
Seite  3:  Chancengleichheit für alle
Seite  4:  Hintergründiges - Weites Land und Postreiter
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