Dauer der Gewährleistung

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Grundsätzlich steht dem Interesse des Bauherrn auf Erbringung einer fehlerfreien Leistung ein Interesse des Bauunternehmers auf Rechtssicherheit gegenüber. Der Unternehmer muss sich sicher sein, nach einem bestimmten Zeitablauf nicht mehr vom Bauherrn in Anspruch genommen werden zu können.
Diese beiden Interessen müssen gegeneinander abgewogen werden. Der Gesetzgeber hat diese Abwägung durch die Setzung von so genannten Verjährungsfristen vorgenommen. Dies bedeutet, dass derjenige, der einen Anspruch geltend machen will, dies innerhalb einer bestimmten Zeit tun muss. Schafft er das nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zeit, so entfällt sein Anspruch, und die Gegenseite wird von ihrer Einstandspflicht frei.

Die Länge dieser Frist ist in der VOB und dem BGB (Werkvertragsrecht §§ 631ff BGB) unterschiedlich geregelt. Liegt ein Bauvertrag vor, in dem die VOB als Bestandteil aufgenommen wurde, so beträgt die Verjährungsfrist nach § 13 Ziffer. 4 VOB/B zwei Jahre.

Richtet sich die Beurteilung des Bauvertrages ausschließlich nach Werkvertragsrecht, so beträgt sie fünf Jahre. Die Verjährungsfrist wird also zunächst durch die VOB zu Gunsten des Bauunternehmers abgeändert.Dieser Vorteil relativiert sich jedoch durch Regelungen der VOB ( § 13 Ziffer 5 (1) Satz 2 VOB/B). Danach wird nämlich die Verjährung durch den Zugang der schriftlichen Mitteilung des Mangels unterbrochen. Dies bedeutet, dass die Verjährung erneut zwei Jahre läuft, sobald dem Bauunternehmer die schriftliche Mängelanzeige des Bauherrn zugeht.

Dies ist im Werkvertragsrecht anders. Der Bauherr muss seinen Anspruch innerhalb der fünf Jahre Gewährleistungsfrist durchsetzen. Es gibt keine Möglichkeit der "Verlängerung" durch Zustellung einer schriftlichen Erklärung.

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Seite  1:  Phase V: Nachträgliche Schäden
Seite  2:  Dauer der Gewährleistung
Seite  3:  Art der Gewährleistung
Seite  4:  Das Zurückbehaltungsrecht des Bauherrn
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