Der Mahnbescheid

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Für den Gläubiger: Wie beantrage ich einen Mahnbescheid?

Da es mit der Zahlungsmoral in Deutschland häufig nicht zum Besten steht, wäre es viel zu aufwendig und kostenintensiv, gegen säumige Schuldner immer gleich ein Gerichtsverfahren einzuleiten. Das Mahnverfahren stellt daher einen einfachen und kostengünstigen Weg dar, um bei voraussichtlich unstreitigen Ansprüchen einen vollstreckbaren Titel zu erlangen, ohne dass beim Schuldnerverzug gleich ein gerichtliches Verfahren durchgeführt werden muss.

Bevor Sie als Gläubiger einer Forderung ein Mahnverfahren einleiten, sollten sie eins dringend beachten: Nur für die Forderungen, die tatsächlich beweisbar sind, sollte ein gerichtlicher Mahnbescheid erwirkt werden. Legt der Schuldner gegen einen Mahnbescheid Widerspruch ein, geht die ganze Sache nämlich vor Gericht. Das Gericht prüft dann, ob die Forderung berechtigt ist, was maßgeblich von der Beweisbarkeit abhängt. Auch wenn eine Forderung zwar tatsächlich besteht, Sie diese vor Gericht jedoch nicht beweisen können, gilt die Forderung als nicht berechtigt. Die Kosten für das Gerichts- und Mahnverfahren haben Sie dann zu tragen.

Wenn Sie nun also davon überzeugt sind, dass der Anspruch besteht und Sie ihn auch beweisen können, sollten Sie beim Amtsgericht einen Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids stellen.
Formulare für den Mahnbescheid erhalten Sie im Schreibwarenhandel oder beim Amtsgericht.

Zuständig ist das Amtsgericht, bei dem Sie Ihren allgemeinen Gerichtsstand haben, also das Gericht, in dessen Bezirk Ihr Wohn- oder Firmensitz liegt. Der Antrag muss folgende Angaben enthalten:

  • Die Bezeichnung des Gerichts, bei dem der Antrag gestellt wird

  • Bezeichnung der Vertragsparteien

  • Die Höhe der Hauptforderung
    Das ist die Summe die Sie ursprünglich vom Schuldner gefordert haben.

  • Höhe der Zinsen
    Das Gesetz gewährt mittlerweile einen Verzugszins von fünf Prozent über dem Basissatz, der zur Zeit bei etwa drei Prozent liegt. Beachten Sie aber, dass für den Zeitraum vor der ersten Mahnung keine Kosten oder Verzugszinsen in Rechnung gestellt werden dürfen. Etwas anderes gilt, wenn der Zahlungstermin bereits vertraglich kalendermäßig festgelegt war (wie häufig bei Mietzahlungen und Kreditraten) oder der Fälligkeitstermin bereits um 30 Tage überschritten ist.

  • Inkassogebühren
    Wenn Sie ein Inkassounternehmen zum Eintreiben Ihrer Forderung eingeschaltet haben, können Sie bis zu einer gewissen Höhe auch die Inkassogebühren ersetzt verlangen. Inkassounternehmen kaufen Forderungen zu einem Teil ihres Wertes auf, um sie dann auf eigene Rechnung einzutreiben. Für das Einschalten eines Inkassobüros darf jedoch nicht mehr verlangt werden, als ein Rechtsanwalt für eine entsprechende Tätigkeit erhalten würde.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Der Mahnbescheid - Worum es geht
Seite  2:  Für den Gläubiger: Wie beantrage ich einen Mahnbescheid?
Seite  3:  Für den Schuldner: Wie wehrt man sich gegen einen Mahnbescheid?
Seite  4:  Wenn der Widerspruch versäumt wird: Der Vollstreckungsbescheid
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