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Der Alptraum Autokauf beim "Händler"

1.10.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Autokauf Händler
 Von 
Teo1988
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Der Alptraum Autokauf beim "Händler"

Hallo zusammen, vorerst möchte ich sagen das ich schon durch einen Anwalt in der Sache vertreten bin, ich suche hier keine 5min Lösung sondern möchte ggf. Erfahrungswerte sammeln, da dieses Problem welches ich habe wahrscheinlich öfter vorkommt.

Ich habe eine Gebrauchtwagen gekauft BMW E61 BJ 2006 KM 217.000
Gepflegter Zustand mit Gasanlage, Vollausstattung, Innenraum super in Schuss.
Kleine Lackpatzer Schrapper ( ist halt ein Gebrauchtwagen )

Gekauft bei einem mittelgroßen Händer 2 Filialien mit geschätzt 130 Fahzeugen.

Habe Ihn abgeholt kurz nachdem ich zuhause war fing alles an. Das Panoramadach klemmte, der Motor bockte, der Parksensor spielte verrückt, der Gastank war nicht voll betankbar, das Gepäcknetz im Kofferraum war verhakt man konnte den Kofferraum nicht nutzen, Feuchtigkeit im Scheinwerfer, SHZ aufgrund Batterieprobleme nicht zubenutzen.

habe den Händler mehrmals angerufen, wurde immer vertröstet und ich habe dann ein Einschreiben mit Frist fertig gemacht für die Mangelbeseitigung. Das wurde nicht angenommen. Habe nochmal angerufen, bla bla, Märchenstunde, also bin ich zum Anwalt.

Der Anwalt hat eine Frist gesetzt, der Wagen wurde dann zur Nachbesserung abgegeben. 4 Wochen!!!!!!!!!!!! dauerte das aufgrund Ersatzteile ( haha, es wurde nichts getauscht ) es wurde ein Knöllchen produziert ( Prvatnutzung, der Wagen parkte auf einem Marktplatz fernab der Filiale mit meinem Kennzeichen)

Habe dann den Wagen in Empfang genommen, total dreckig, Sprit leer, Gas leer, 14,7 L Verbauch auf der Anzeige
Gepäcknetz behilfsmäßig entfernt, am Dach rumgehebelt, Dreckspuren im beigen Innenraum. Gastankproblem hat der Händler keine Ahnung. Die anderen Fehler waren zunächst weg, aber nach kurzer Zeit wieder da.

Der Händler wollte das ich seinen Werkstattauftrag unterschreibe, habe mich geweigert wollte das erst prüfen
Der Händler hat eine Batterie eingebaut (neu) darauf wollte er schriftlich haben das ich auf Ansprüche auf die Batterie verzichte, sonst gibts keinen Wagenschlüssel. Nun gut war mir auch egal hat er bekommen.

Ich habe darauf bestanden das aufgenommen wird das das Panoramadach immer noch nicht sachgemäß funktioniert. Es schließt nicht mehr automatisch, lässt sich nicht mehr Kippen, sitzt schief ud ist undicht.

kurioserweise hat der Händler das auch unterzeichnet. Aber im gleichen atemzug jegliche erneute Nachbesserung komplett ausgeschlossen.

Mein Anwalt hat daraufhin nachdem ich bei BMW Preise angefragt habe eine Minderungsforderung gestellt von 2500€ wobei 3000€ realitischer wären.

Nun sagt der Händler ich hätte in meinem Schreiben für die Batterie auf alle Ansprüche der Gewährleitung verzichtet. Das ist doch gar nicht zulässig?????? oder???
Er dreht mir die Wörter im Mund um und sein Anwalt behauptet ich versuche nur den Preis zu drücken, die Reparaturkosten wären nicht sachgemäß sonder viel zu hoch. ( er hat angeblich ein Gutachten dazu )

Ich möchte nun ein Gutachten machen lassen was dies wiederlegt.

Ich möchte einfach nur ein Auto was funktioniert, ich will keine vergoldete Karre einfach nur ein Auto dessen Funktionen klappen. Beulen, Lackpatzer dadrum geht es ja gar nicht.

Was meint Ihr? Ich habe dem Händler alles angeboten, sogar das ich mich um die Reparatur kümmere und er das bezahlt. NEIN NEIN NEIN NEIN er muss gar nichts mehr, er hat schon viel zu viel gemacht.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben 574 weitere Fragen zum Thema
Autokauf Händler


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(51455 Beiträge, 23665x hilfreich)

Zitat (von Teo1988):
Gekauft bei einem mittelgroßen Händer 2 Filialien mit geschätzt 130 Fahzeugen.

Wann genau?



Zitat (von Teo1988):
NEIN NEIN NEIN NEIN er muss gar nichts mehr, er hat schon viel zu viel gemacht.

Kann sein.

Man müsste halt mal schauen was genau denn überhaupt Verschleiß ist und was nicht.
Denn bestimmungsgemäßer Verschleiß unterfällt nicht der gesetzlichen Sachmängelhaftung.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Teo1988
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Teo1988):
Gekauft bei einem mittelgroßen Händer 2 Filialien mit geschätzt 130 Fahzeugen.

Wann genau?



Zitat (von Teo1988):
NEIN NEIN NEIN NEIN er muss gar nichts mehr, er hat schon viel zu viel gemacht.

Kann sein.

Man müsste halt mal schauen was genau denn überhaupt Verschleiß ist und was nicht.
Denn bestimmungsgemäßer Verschleiß unterfällt nicht der gesetzlichen Sachmängelhaftung.


März diesen Jahres, die Fehler wurden unmittelbar gemeldet, keine Woche danach

Von Verschleiß kann doch keine Rede sein, wenn ich den Wagen erst ein paar Tage hatte, ich hab das Dach nur wenige male benutzt.

Ich bemängle ja nicht das die Reifen abgefahren sind oder die Bremsscheiben verschlissen sind ( nur als Beispiel )
Das wären ja Sachen die bestimmungsgemäß wären. Wieso hat er dann überhaupt "repariert" ? Damit nimmt er sich doch der Sache an und 2 mal muss er Nachbessern, aber er weigert sich komplett.

Wenn das so einfach wäre kann man ja besser sein Auto beim Privatmann kaufen. Ich habe in den ersten 6 Monaten ein Recht auf Fehlerbeseitigung ohne das ich irgendwas rechtfertigen oder erklären muss. Und das es so teuer ist da kann ich doch nix für, mir wäre es auch lieber das es billig wäre dann könnte man sich den ganzen Ärger ersparen.

-- Editiert von Teo1988 am 02.10.2017 00:12

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#3
 Von 
fb367463-2
Status:
Student
(2145 Beiträge, 1025x hilfreich)

Zitat (von Teo1988):
Nun sagt der Händler ich hätte in meinem Schreiben für die Batterie auf alle Ansprüche der Gewährleitung verzichtet. Das ist doch gar nicht zulässig?????? oder???

Die Taste mit dem Fragezeichen ist kaputt, lassen Sie das besser mal reparieren.

Nun ist die Frage, was genau haben Sie da unterschrieben? Wortlaut bitte.

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#4
 Von 
drkabo
Status:
Richter
(8392 Beiträge, 6105x hilfreich)

Zitat:
Nun sagt der Händler ich hätte in meinem Schreiben für die Batterie auf alle Ansprüche der Gewährleitung verzichtet. Das ist doch gar nicht zulässig?????? oder???

Doch. Es ist grundsätzlich zulässig als Kunde nach dem Kauf freiwillig aus seine Rechte zu verzichten.
Ob Sie das getan haben, hängt davon ab, was Sie genau unterschrieben haben.

Zitat:
Ich habe in den ersten 6 Monaten ein Recht auf Fehlerbeseitigung ohne das ich irgendwas rechtfertigen oder erklären muss.

Korrekt.
Die Frage ist halt, was ein Fehler ist. Und da gehen die Meinungen oft auseinander. Denn ein Fehler (= juristischer Mangel) liegt vor, wenn der Ist-Zustand vom Soll-Zustand abweicht. Und Soll-Zustand ist nicht zwangsläufig identisch mit "alles in Ordnung" sondern identisch mit "das was man von einem 11 Jahre alten Auto mit über 200000km üblicherweise erwarten kann".

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#5
 Von 
0815Frager
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1361x hilfreich)

Zitat (von Teo1988):
Von Verschleiß kann doch keine Rede sein, wenn ich den Wagen erst ein paar Tage hatte, ich hab das Dach nur wenige male benutzt.

Man sollte in Betracht ziehen, das Auto hat über 200.000 km an dem Panoramadach sind die Gleitelemente einem Verschleiß ausgesetzt. Die Serie hatte das schon zum Teil bei unter 150.000 km, meiner damals schon mit 4 Jahren, was jedoch auf Kulanz vom Hersteller alles getauscht wurde. Es ist wie mit Bremsen, die halten kein Autoleben lang und sind eben wenn diese bei Übergabe noch OK waren, danach reiner Verschleiß.
Zitat (von Teo1988):
Wenn das so einfach wäre kann man ja besser sein Auto beim Privatmann kaufen. Ich habe in den ersten 6 Monaten ein Recht auf Fehlerbeseitigung ohne das ich irgendwas rechtfertigen oder erklären muss.

Es nennt sich Sachmängelhaftung, der Mangel muss bei Übergaben vorhanden sein, und der Käufer muss den Nachweis nicht erbringen, jedoch wenn der Händler eben widerlegen kann, das der Mangel bei Übergabe nicht vorhanden war, hat der Käufer das Nachsehen.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(51455 Beiträge, 23665x hilfreich)

Zitat (von Teo1988):
Von Verschleiß kann doch keine Rede sein, wenn ich den Wagen erst ein paar Tage hatte,

Man sollte sich vor Augen halten, das das Fahrzeug kein Neuwagen ist. Und bei Baujahr 2006 und 217.000 km sind bei vielen Teilen die Verschleißgrenzen erreicht.



Zitat (von Teo1988):
Ich habe in den ersten 6 Monaten ein Recht auf Fehlerbeseitigung ohne das ich irgendwas rechtfertigen oder erklären muss.

Der Fall spiel nicht in Deutschland?
Denn in Deutschland wäre das nicht der Fall.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
-Laie-
Status:
Richter
(8473 Beiträge, 3420x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Doch. Es ist grundsätzlich zulässig als Kunde nach dem Kauf freiwillig aus seine Rechte zu verzichten.
Ob Sie das getan haben, hängt davon ab, was Sie genau unterschrieben haben.
Nein! Es spielt keine Rolle ob man etwas unterschrieben hätte womit man angeblich auf sein Recht der Sachmängelhaftung verzichten würde. Das wäre ein unerlaubter Versuch des Händlers die "Gewährleistung" zu umgehen und daher nichtig.

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