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Demjanjuk-Verteidiger fordert Freilassung des 89-Jährigen

AFP VOM 12.5.2009 | Nachrichten - Allgemein | 4228 Aufrufe
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Demjanjuk, Mord

Der Verteidiger des aus den USA nach München ausgewiesenen mutmaßlichen NS-Kriegsverbrechers John Demjanjuk hat dessen Freilassung gefordert. Es gebe neben den gesundheitlichen Argumenten gegen eine Inhaftierung des 89-Jährigen auch eine Reihe von rechtlichen Argumenten, sagte der Ratinger Rechtsanwalt Ulrich Busch am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

So sei Demjanjuk wegen des Vorwurfs, KZ-Wächter im Vernichtungslager in Sobibor im damals von Deutschland besetzten Polen gewesen zu sein, bereits in Israel und Polen beschuldigt worden. Beide Male sei er von dem Vorwurf freigesprochen worden. "Keiner darf zweimal für dieselbe Sache vor Gericht gestellt werden", sagte Busch. Deshalb dürfe Demjanjuk nicht wie vorgesehen in München angeklagt werden.

Nach Angaben Buschs bestreitet sein Mandant, je in Sobibor gewesen zu sein. Doch selbst wenn das Gericht unterstelle, er sei dort gewesen, müsse Demjanjuk freigesprochen werden. Als gebürtiger Ukrainer wäre er in diesem Fall ein damals so genannter fremdländischer Wachmann gewesen. Für diese gelte aber ein Befehlsnotstand. "Entweder halfen sie mit oder sie wanderten in die Gaskammern. Wenn er am Ende doch da gewesen wäre, wäre er entschuldigt", sagte Busch.

Und schließlich sei Demjanjuk wegen der permanenten Einnahme von Schmerzmitteln nicht in der Lage, sich selbst zu verteidigen. Auch deshalb müsse er freigelassen werden. Über eine mit diesen Argumenten von ihm Ende April eingereichte Haftbeschwerde habe das Münchner Gericht noch nicht entschieden, sagte Busch.

12. Mai 2009 - 13.47 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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