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Leasingrecht Rubrik, Leasing, Finanzierungsleasing, Operatingleasing

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Steuerliche Vorteile?

Ein Leasingvertrag kann steuerliche Vorteile für die Leasingnehmer bringen, die die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzen können. Dazu muss dieser allerdings den "Leasingerlassen" des Bundesministeriums für Finanzen entsprechen. Diese Erlasse stellen unterschiedliche Anforderungen an die verschiedenen Leasingverträge, so dass hier nur die Grundanforderungen an Finanzierungs- und Operatingleasingverträge angerissen werden sollen. Grundsätzlich ist zu beachten, dass Leasingverträge nur dann als erlasskonform angesehen werden, wenn das Eigentum an dem Leasingobjekt steuerrechtlich dem Leasinggeber zugeordnet werden kann.

  • Finanzierungsleasingverträge

    Der Leasingerlass vom 19. April 1971 ist auf Finanzierungsleasingverträge über bewegliche Sachen anwendbar, sofern eine feste Grundmietzeit vereinbart und der Leasinggegenstand in dieser Zeit voll amortisiert, also der Kaufpreis sowie ein Gewinn und die entstandenen Kosten erwirtschaftet wird.

    Weiterhin ist notwendig, dass die unkündbare Grundmietzeit von 40% bis maximal 90% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer beträgt. Kommen hingegen Finanzierungsleasingverträge einem Ratenkauf oder einer Kreditgewährung zu nahe, dann werden sie auch wie solche steuerlich behandelt. Eben dies wird angenommen, wenn die Grundmietzeit weniger als 40% oder mehr als 90% beträgt. Ebenfalls gleichen Leasingverträge den Finanzierungsverträgen, wenn eine Kaufoption zu einem Preis besteht, der geringer ist als der Buchwert, den das Objekt nach der Leasingzeit noch hat. Auch werden Leasingverträge nicht steuerlich anerkannt, wenn eine Mietverlängerungsoption besteht, deren Raten den anschließenden Buchwert nicht mehr decken können.

  • Operatingleasingverträge

    Aufgrund der häufig nur kurzfristig laufenden Operatingleasingverträge und der bestehenden Kündigungsmöglichkeit werden diese meist steuerlich anerkannt.

Sollte der Leasingvertrag den Leasingerlassen entsprechen, so muss der Leasinggeber den Leasinggegenstand handels- und steuerrechtlich als sein Eigentum aktivieren. Der Leasingnehmer kann hingegen die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzen. Für Privatleute bringt ein Leasingvertrag keine steuerlichen Vorteile, sofern sie keine Betriebsausgaben geltend machen können.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Leasing - Worum es geht
Seite  2:  Das Operatingleasing
Seite  3:  Das Finanzierungsleasing
Seite  4:  Die klassische Dreier-Konstellation
Seite  5:  Häufige vertragliche Vereinbarungen
Seite  6:  Teil- und Vollamortisationsverträge
Seite  7:  Unterschied Leasing und finanzierter Kauf
Seite  8:  Steuerliche Vorteile?
Seite  9:  Besondere Formen des Leasings
Seite  10:  Was passiert bei einem defekten Leasinggegenstand?
Seite  11:  Was passiert, wenn der Leasinggegenstand während der Grundmietzeit zerstört wird?
Seite  12:  Was passiert, wenn der Leasinggegenstand durch einen Dritten zerstört wird?
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