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Teil- und Vollamortisationsverträge

Der Leasingvertrag zielt grundsätzlich darauf ab, die geleaste Sache während der Vertragsdauer voll zu "amortisieren", d.h. die Anschaffungskosten, die Ausgaben des Leasinggebers, sowie einen Gewinn einzubringen. Dies kann anhand von Teil- oder Vollamortisierungsverträgen geschehen.

  • Vollamortisierungsverträge

    Bei den sogenannten Vollamortisierungsverträgen sind die Vertragsdauer und die monatlichen Raten so bemessen, dass bereits durch die monatlichen Raten das Objekt abgezahlt wird, die Kosten des Leasinggebers gedeckt sind und für diesen noch ein Gewinn abfließt. Wenn dieser Vertrag durch Zeitablauf endet, so gehört die Sache anschließend nicht dem Leasingnehmer, obwohl dieser die Anschaffungskosten bereits durch die Raten beglichen hat. Oftmals ist es allerdings so, dass der Leasingnehmer nach dem Ende der Vertragslaufzeit das Objekt günstig kaufen (Kaufoption) oder zu günstigeren Konditionen weiter leasen kann.

  • Teilamortisierungsverträge

    Obwohl diese Variante als Teilamortisierung bezeichnet wird, bekommt auch hier der Leasinggeber seine gesamten Kosten aus dem Leasingvertrag ersetzt und erhält zusätzlich einen Gewinn. Dies wird hierbei nur über einen anderen Weg erreicht. Teilamortisierungsverträge haben eine kürzere Vertragslaufzeit und durch die Raten werden noch nicht alle Leasingkosten gedeckt. Die volle Amortisierung wird hingegen erst durch den anschließenden Verkauf des Gegenstandes erreicht, für den im Leasingvertrag meist ein Restwert angegeben wurde. Der Restwert ist der Wert des Gegenstandes, den dieser üblicherweise nach Vertragsablauf noch hat. Die volle Amortisierung kann durch einen Verkauf an einen Dritten realisiert werden oder mit einem sogenannten "Andienungsrecht" verbunden sein, wenn der Leasinggeber vom Leasingnehmer den Kauf der Sache verlangen kann. Liegt der anschließende Verkaufserlös über dem angenommenen Restwert, so erhält der Leasinggeber hiervon einen Anteil und der Rest wird an den Leasingnehmer ausgezahlt. Ist der Verkauferlös hingegen geringer, so ist der Leasingnehmer dazu verpflichtet, die Differenz zu zahlen. Eine solche "Restwertgarantie" ist grundsätzlich zulässig, sie muss aber direkt aus dem Vertrag erfolgen und darf nicht nur im "Kleingedruckten" stehen, denn ansonsten ist sie unwirksam.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Leasing - Worum es geht
Seite  2:  Das Operatingleasing
Seite  3:  Das Finanzierungsleasing
Seite  4:  Die klassische Dreier-Konstellation
Seite  5:  Häufige vertragliche Vereinbarungen
Seite  6:  Teil- und Vollamortisationsverträge
Seite  7:  Unterschied Leasing und finanzierter Kauf
Seite  8:  Steuerliche Vorteile?
Seite  9:  Besondere Formen des Leasings
Seite  10:  Was passiert bei einem defekten Leasinggegenstand?
Seite  11:  Was passiert, wenn der Leasinggegenstand während der Grundmietzeit zerstört wird?
Seite  12:  Was passiert, wenn der Leasinggegenstand durch einen Dritten zerstört wird?
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