Dänischer Konzern will Schadenersatz von Bundeskartellamt
AFP VOM 22.12.2010 | Nachrichten - Allgemein | 1605 Aufrufe Mehr zum Thema:Kartellamt
Kartellhüter hatten Verkauf einer Tochter verboten
Der dänische Elektronikkonzern GN Store Nord hat das Bundeskartellamt auf 1,1 Milliarden Euro Schadenersatz verklagt. Das Unternehmen reichte beim Amtsgericht Bonn Klage gegen die Wettbewerbshüter ein, da diese den Verkauf der Hörgeräte-Tochter GN Resound verboten hatten, teilte GN Store mit. Dieses Verbot vom April 2007 sei "illegal" gewesen.
Der dänische Konzern hatte seine Tochter für 2,1 Milliarden Euro an den Schweizer Hörgerätehersteller Sonova (damals noch Phonak) verkaufen wollen. Das Bundeskartellamt verbot das Geschäft, da dadurch nach Einschätzung der Kartellwächter eine marktbeherrschende Stellung der Unternehmen Sonova, Siemens und William Demant entstanden wäre. Nach einem langen juristischen Streit hatte der Bundesgerichtshof dieses Verbot im April aufgehoben.
Ein Sprecher des Bundeskartellamts sagte der Nachrichtenagentur AFP, eine Klage sei bei seiner Behörde noch nicht eingegangen. Das Kartellamt rechne einer solchen Klage aber "keine Aussichten auf Erfolg" zu. "Das Schadenersatz verlangt wird, ist ein Novum", betonte er.
22.12.2010 - 17:31 Uhr


