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Credit Suisse wirbt trotz Datenaffäre für den Finanzplatz Schweiz

AFP VOM 11.2.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 860 Aufrufe
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Steuersünder

Bank-Chef Dougan preist "stabiles politisches System"

Trotz der heftigen Angriffe auf das Schweizer Bankgeheimnis wird die Eidgenossenschaft nach Ansicht der Bank Credit Suisse ein attraktiver Anlageplatz bleiben. Die Schweiz habe ein "stabiles politisches System", wie es nicht überall zu finden sei, sagte Credit-Suisse-Chef Brady Dougan am Donnerstag bei Vorlage der Jahresbilanz. Vom Diebstahl von Daten über deutsche Steuersünder ist die Bank nach eigenen Angaben nicht betroffen.

Die Schweiz bleibe "mittelfristig" ein solider Markt für die Vermögensverwaltung von Privatkunden, sagte Dougan. Bei der Credit Suisse legten Kunden laut Bilanz im vergangenen Jahr rund 44 Milliarden Schweizer Franken (30 Milliarden Euro) neu an. Diese Tendenz setze sich zu Beginn des Jahres fort, sagte Dougan. Insgesamt verwaltete die Bank Ende 2009 Vermögen von 1,23 Billionen Franken (knapp 840 Milliarden Euro); rund 68 Milliarden Euro gehören demnach Kunden aus dem europäischen Ausland.

Auf Druck der G-20-Staaten hat die Schweiz ihr strenges Bankgeheimnis im vergangenen Frühjahr gelockert. Beim Verdacht, dass Ausländer auf Schweizer Konten ihr Geld vor dem Fiskus verstecken, muss die Schweiz nun auf Anfrage Daten herausgeben.

Finanzvorstand Renato Fassbind sagte, die Bank habe keine Informationen, ob Kunden der Credit Suisse von der Steueraffäre in Deutschland betroffen seien. Die Bank wisse nicht, ob es CDs mit Kundendaten überhaupt gebe und ob Daten der Credit Suisse darauf seien. Fassbind sagte, er erwarte durch die Datenaffäre keine größeren Auswirkungen auf die Geschäfte der Bank.

Ein Informant hatte den deutschen Behörden eine CD mit Daten von hunderten Anlegern mit Schweizer Konto angeboten und im Gegenzug 2,5 Millionen Euro verlangt. Medien hatten berichtet, dass die CD Kundendaten der Credit Suisse enthalte. In den vergangenen Tagen waren mehreren Bundesländern weitere CDs mit möglicherweise gestohlenen Informationen über deutsche Steuerflüchtlinge zum Kauf angeboten worden.

Die Credit Suisse machte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 6,7 Milliarden Schweizer Franken (knapp 4,6 Milliarden Euro). Im Zuge der Finanzkrise hatte die zweitgrößte Bank der Schweiz im Jahr 2008 noch ein Minus von 8,2 Milliarden Franken eingefahren.

11. Februar 2010 - 15.07 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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