Copy & Paste von Webseitentexten

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Zur urheberrechtlichen Schutzfähigkeit von Webseitentexten

Es geht so leicht, es geht so schnell- Copy & Paste von Webseitentexten um die eigene Homepage etwas zu pimpen, Content im eigenen Namen zu produzieren und letztlich dadurch auch höheren Pagerank zu generieren. Doch was so schnell von der Hand zu gehen vermag, ist nicht unbedingt rechtlich unproblematisch.

"Contentklau" kann dann urheberrechtlich geahndet werden, wenn die Texte eine gewisse Schöpfungshöhe erreicht haben und etwa besonders konzipiert sind, um eine spezielle Kundschaft anzusprechen.

Der Urheberrechtsschutz greift insbesondere auch dann, wenn die Texte suchmaschinenoptimiert wurden und etwa durch Formulierung und Layout auf einen besonderen Kundenstamm ausgerichtet sind.

Der urheberrechtliche Schutz von Webseiteninhalten wird obergerichtlich bestätigt

Für die Schutzfähigkeit der auf einer Webseite verwendeten Texte bzw. Textpassagen gelten dabei die allgemeinen Grundsätze: Es kommt für die Schutzfähigkeit sowohl auf Art und Umfang des Textes an. (..) Für Webseiten gilt deshalb zudem, dass die Individualität des Textes gerade auch in der technischen Realisierung der Gestaltung liegen kann, wenn der Webdesigner die Internetseite durch gezielte Verwendung von Sprache so optimiert, dass sie bei der Eingabe von Alltagsbegriffen in eine Suchmaschine unter den ersten Suchergebnissen erscheint (OLG Rostock CR 2007, S. 747f)."

Worauf es insbesondere bei der Prüfung der urheberrechtlichen Schutzfähigkeit ankommt, hat das LG Köln mit Urteil vom 6. April 2011 spezifiziert:

"Dabei gilt für die Texte, dass ihre erforderliche Schöpfungshöhe sich durch ihre individuelle und durchgehend zielgruppenorientierte Prägung ergibt. (..) Bei der Beurteilung der Schöpfungshöhe ist auch das erkennbare gedankliche Konzept, der Aufbau und die Formulierungen der Texte zu berücksichtigen.“ (LG Köln vom 6. April 2011, Az.: 28 O 900/ 100, ZUM-RD 2012 S. 48f).

Was also so leicht von der Hand zu gehen vermag, sich im Zeitalter geradezu anbietet, nämlich die Kopie fremder Webseitentexte kann durchaus urheberrechtlich in nicht unerheblicher Höhe geahndet werden. Dennoch ist auch eine Verteidigung gegen Vorwürfe dieser Art möglich, wenn die Prüfung des Vorwurfs zu dem Ergebnis kommt, dass insbesondere Form und Inhalt der übernommenen Texte nicht den Urheberrechtsschutz begründen können.

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