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Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".

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Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".

Ein Kumpel von mir hatte vor drei Wochen Besuch von 2 netten Polizeibeamten bekommen und diese
machten eine Hausdurchsuchung wegen des Verdachts der Urheberrechtsverletzung. Sie wollten Rechner und Datenträger beschlagnahmen !!!!
Wie es in unserern "Kreisen" ja so üblich ist ,benutzen wir alle Echtzeitverschlüßelungssoftware.
Damit war es der Staatsanwaltschaft nicht möglich an die Daten ranzukommen ,ohne den richtigen Code.
Doch jetzt fängt der "Spass" erst richtig an. Und zwar folgendes:
Ihm wurde vorher mehrmals der Computer geklaut und er wollte es den Tätern die es das nächste mal versuchen heimzahlen.
Er entwickelte ein Programm ,das bei falscher Codeeingabe den Rechner plus alle Rechner die am selben Rechnernetz
hängen zerstört. Nun bekahm er ein ein Schreiben von der Ermittlungsbehörde wo drin stand , das sein Rechner der beschlagnahmt wurde,
fast das halbe Netz einer BKA Dienststelle lahmgelegt hatte. Ich konnte mich fast vor lachen nicht mehr einkriegen,
als er mir dieses Schreiben zeigte. Was sollen die Beamte jetzt tuhen ? Schließlich haben Sie ja den Rechner mitgenommen
und sie müßen jetzt damit fertigwerden, oder? Mein Kumpel war bei der Durchsuchung überdies sehr kooperativ und hat
die Rechner und Datanträger ja freiwillig ausgehändigt, also von Wiederstand gegen die Staatsgewalt war da keine Spur.
Nun: In dem Schreiben wird unteranderem Behinderung von Ermittlungsarbeit und Sabortage von Computeralangen vorgeworfen.
Aber: Er hat ja das Schädlings-Programm nicht verbreitet ,sondern es wurde ihm ja bei der Hausdurchsuchung quasi
"entwendet".



von ThomasK001 am 13.04.2005 15:14
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
na vielleicht wusste dein kumpel ja auch garnicht, dass da so ein fieser virus auf seinem rechner war.


von catwelatze am 13.04.2005 16:00
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
Mit der Verschlüsselung und dem "Abwehrsystem" hat er sich klar gegen den Durchsuchungsbefehlt und die Offenlegung gestellt. Das wird ihm sehr wahrscheinlich schwer angelastet.
In der Nachbarschaft ist ein ähnlicher Fall aufgetreten. Festplatte hatte er verschlüsselt. Die Daten um die es ging waren tatsächlich Raubkopien, aber nur im Wert von unter 2000 Euro. Strafanzeige und Zivilklage folgten.


von Sankhase am 13.04.2005 16:41
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
@Sankhase
die tatsache, daß er seine daten verschlüsselt hat und das pass nicht rausgiebt darf ihm gar nicht belastend angerechnet werden!!!
was das "abwehrsystem" anlangt weiß ich da keine rechtliche grundlage. aber ich seh es so: die ermittelnden behörden müssen ja damit rechnen, daß rechner mit trojaner/viren etc. verseucht sein können. auch würds keinem polizisten einfallen einen rechner eines hackers/virenschreibers unbefangen zu untersuchen. tut er es doch ist meiner meinung nach die schuld bei ihm zu suchen. soweit ich weiß werden sämtliche daten eines zu untersuchenden rechners vorher auf einen anderen datenträger gespiegelt um genau solche fälle zu unterbinden. wenn die story wirklich authentisch ist, dann muß ich die beamten als dilletantisch bezeichnen. keine vorherige prüfung der gespiegelten daten auf schadprogramme und dann noch die daten auf einem rechner im netz untersuchen kann wirklich nur als dilletantismus pur gewertet werden.
kein polizist faßt nem drogenjunkie ohne handschuhe in die taschen um dort nach drogen zu suchen. so sollte es also bei daten auch so sein, oder?

mfg
chronoton


von Chronoton am 13.04.2005 17:43
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
Zitat Sankhase"
In der Nachbarschaft ist ein ähnlicher Fall aufgetreten. Festplatte hatte er verschlüsselt. Die Daten um die es ging waren tatsächlich Raubkopien, aber nur im Wert von unter 2000 Euro. Strafanzeige und Zivilklage folgten. "

Wie wollen die Beamten ihm denn die Raubkopien nachweisen ,wenn sie nicht an die Daten rankommen? Gibt es jetzt schon Verurteilungen auf Verdacht ? Im Zivilverfahren muß ja jede Raubkopie zunächst auf der Platte gefunden werden, diese werden dann dem Rechtsinhaber gemeldet. Aber wie melden ,wenn Platte verschlüßelt und Daten nicht abrufbar ?

-- Editiert von ThomasK001 am 13.04.2005 18:08:20


von ThomasK001 am 13.04.2005 18:07
Status: Legende (283 Beiträge)
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
Zitat Chronoteon"
soweit ich weiß werden sämtliche daten eines zu untersuchenden rechners vorher auf einen anderen datenträger gespiegelt um genau solche fälle zu unterbinden."

Hehe stimmt. Aber der Schädling funktioniert auch ,wenn nur die Festplatte "gestohlen" wird. Wenn die Polizeibeamten die Platte ausgebaut und in einen anderen Rechner reinstecken würden ,dann überträgt sich der Schädling automatisch auf diesen . Wenn daten kopiert werden ,dann findet der Schädling ebenfalls einen Weg um auf dem anderem Rechner zu laufen. Mein Kumpel ist da ein ziemliches Genie und hat ganze Arbeit geleistet.


von ThomasK001 am 13.04.2005 18:12
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
Die Daten waren mit AES 256 Bit verschlüsselt. Das ist mit das beste was es gibt und eine ähnliche Version setzen ein paar Banken für Onlinegeschäfte ein. Also schwer ist das nicht. Das hat nach Beschlagnahmung gut 2 1/2 Monate gedauert bis die Strafanzeige eintraff. Und ich gehe davon aus, dass er nicht ein 08/15 Passwort samt Namen gewählt hat.


von Sankhase am 13.04.2005 20:18
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
@Senkhase:Ein Ding der Unmöglichkeit:

256 Bit ,das sind 1,1579208923731619542357098500869e+77
Kombinationsmöglichkeiten. Hab mal ausgerechnet ,das wenn man eine Million
Computer zur Verfügung hat man "nur"
1,1579208923731619542357098500869e+71
Kombinationsmöglichkeiten hat.
Nehmen wir mal an ein Rechner schafft
2,8 Gigahertz, dann benötigt man
1,3113368082431438381483631519611e+60
Jahre. Also endweder haben die Leute in Grün schon das Zeitreisen erfunden, siehe Hollywood Film "Time Cops", oder er hat wirklich ein schlechtes Password gewählt.
Wenn Banken diese Software benutzen, dann müßte Sie eigendlich zu 100 % sicher sein.
Mich würde mal interessieren ,was für eine Software er da genau eingesetzt hat. Es kann sich dann nur um eine Software mit Hintertüre handeln. Aber Banken benutzen keine Software mit Hintertüren und lassen sich von dem Hersteller der Software bestätigen ,das es keine Hintertüren für Behörden gibt. Falls die Firma, die diese Verschlüßelungssoftware herstellt doch Hintertüren eingebaut hat und Zweitschlüßel an Behörden weitergibt, dann währe das das vollständige aus für sie ,wenn das an die Öffendlichkeit kommt. Ich würde wenn das der Fall ist, mich an die jeweilige Firma wenden die diese Sicherheitssoftware herstellt und fragen, wie es sein kann das eine 256 Bit verschlüßelung in 2 1/2 Monaten geknackt worden ist. Wenn diese Firma einen Zweitschlüßel für Behörden hinterlegt hat und Du Ihr sagst ,das Du "dadurch" ins Visir der Behörden gekommen bist und infolge dessen Strafe zahlen mußt ,dann wird sie sicherlich auf Dich zurückkommen. Sie wird die Strafe zahlen mit der Bedingung, das nichts darüber an die Öffendlichkeit gerät. Macht sie es nicht ,dann steht es ja jedem frei die Wahrheit zu sagen. Und fakt ist: Wenn 256 AES geknackt wurden in 2 1/2 Monaten und das Passwort wurde nicht-trivial gewählt ,dann existiert eine Hintertür im Algorithmus die den behörden zugänglich gemacht wurde.


von ThomasK001 am 13.04.2005 21:14
Status: Legende (283 Beiträge)
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
Ich denke auch, die Story ist gut ausgedacht.
Kein Beamter mit einer Handvoll Hirn untersucht einen verdächtigen Rechner (oder dessen Festplatte) innerhalb des BKA-Netzwerks.

Da kann ich auch gleich den verdächtigen (Bomben-?)Koffer im Büro des Polizeipräsidenten öffnen.



von Mareike123 am 13.04.2005 21:27
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
@ThomasK001
mit dem spiegeln der daten wollt ich sagen, daß die originaldaten nicht "verlorengehen" können. darum wird dies ja gemacht. um eben solche löschaktionen bzw. datenfälschaktionen unwirksam zu machen. natürlich ist klar, daß eine 1:1 kopie (inklusive schadprogramm) erstellt wird. aber ein guter informatiker läßt seine analysetools natürlich auf einem rechner ohne netzzugang laufen. wär ja datenschutzrechtlich äußerst bedenklich wenn von außen einer zugang zu diesen daten bekommen würde. so eine aktion hilft natürlich gegen "normale" diebe.jungs die was drauf haben (ich hoffe die vom bka habens drauf ;-) )kann man damit nicht aushebeln. da ist die gute alte verschlüsselung noch immer besser :-)
zur verschlüsselung möchte ich noch anmerken: der AES algorithmus ist zu 100% NICHT geknackt worden.
was passieren kann, ist daß das pass mit einer bruteforce-wörterbuch attacke rausgefunden wurde. aber bei einer popligen urheberrechtssache viel rechenleistung reinzustecken ist eher ungewöhnlich. da hat der gute mann wohl ein zu schwaches pass gewählt, oder er hat daten im klartext hinterlassen. alle gängigen programme haben keine hintertürchen, oder sie haben zumindest so geheime türchen, daß sie seht gut gehütet werden.
stellt euch mal vor: es kommt raus, daß so ein programm auf die weise geknackt wurde. 1 min nach urteil ist das im netz und 5 min später ist die firma mit klagen eingedeckt und am nächsten morgen sind sie pleite. SEHR unwahrscheinlich. :-)
am ende noch mal zurück zu ThomasK001 rechenbeispiel.
das hat recht gut gezeigt, daß es praktisch unmöglich ist AES auf diesem wege zu knacken.
aber es sind schon (theoretische) wege gefunden worden um diesen algorithmus in kürzerer zeit (also weniger als 2^256 versuchen) zu knacken. ABER auch sind diese noch fern von jeglichen praktischen anwendung.
für ein passwort braucht man aber nicht alle bits abzuarbeiten. da kann es schon beim ersten versuch zum treffer kommen. aber die wahrscheinlichkeit ist SEHR gering. ist das pass gut gewählt ist schon ein 10stelliges pass praktisch nicht knackbar.

mfg
chronoton



von Chronoton am 13.04.2005 21:53
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>Computervirus von Polizei bei Hausdurchsuchung ausversehen "mitgenommen".
Mareike "Ich denke auch, die Story ist gut ausgedacht.
Kein Beamter mit einer Handvoll Hirn untersucht einen verdächtigen Rechner (oder dessen Festplatte) innerhalb des BKA-Netzwerks."

"Story" hab ich so wiedergegeben wie sie mir aus erster hand geschildert wurde. Und den Antwort Brief von der Behörde hab ich auch gelesen.

BKA- Leute sind auch nur Menschen und die machen Fehler. Immer wieder kommt deutlich
hervor ,das fast alles was Beamte in Bezug auf IT anfassen immer mit enormen Problemen in der technichen Umsetzung folgt.
Hart VI Software, Mautsystem, Enfopol Fahndungssystem ,e.t.c.

Fazit: Wenn Beamte etwas nicht so gut können ,
dann ist es mit IT- technichen Dingen umzugehen. Ich erinnere da noch an die
alte Schreibmaschiene die ich letzttends in einer Polizeidienststelle in Aktion gesehen habe. Ok, mit der Schreibmaschiene sind sie
alle wahre Kunstakrobaten. Aber wir leben im Jahre 2005 und nicht im Zeitalter von Gutenberg und co. !!! Und auch das BKA / LKA
besteht aus Mitarbeitern, die Ihren Focus nunmal auf die Strafverfolgung mittels Paragraphen und nicht auf die Technik haben. Deshalb sind solche Fehler durchaus realistich ,da ein normaler Beamte nicht in der Lage ist ,ein Netzwerk so zu verstehen, wie es ein Spezialist tuht.




von ThomasK001 am 13.04.2005 22:40
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