Clearstream-Prozess: Ehemaliger EADS-Vize und Geheimdienst belastet
AFP VOM 23.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1653 Aufrufe Mehr zum Thema:Clearstream
Informatiker Lahoud bestreitet nun Fälschung von Kontenlisten
Im Prozess um die Rufmord-Kampagne gegen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat ein Hauptangeklagter den ehemaligen EADS-Vize-Präsidenten Jean-Louis Gergorin und den Geheimdienst belastet. Er habe sich einen Teil der für die Verleumdungskampagne benutzten Kontenlisten zunächst auf Anweisung des französischen Auslandsgeheimdienstes DGSE verschafft, sagte der frühere EADS-Informatiker Imad Lahoud am Mittwoch vor Gericht. Später hätten ihn Gergorin und der Geheimdienstgeneral Philippe Rondot aufgefordert, weitere Listen zu besorgen. In die Dokumente wurden die Namen von Sarkozy und weiteren Persönlichkeiten eingefügt, um sie in den Verdacht zu bringen, Schmiergelder aus einem Waffengeschäft erhalten zu haben.
Anders als in Aussagen gegen Ende vergangenen Jahres bestritt Lahoud nun, für die Fälschung der Kontenlisten verantwortlich zu sein. "Ich habe die Clearstream-Listen nicht hergestellt", sagte er. Der gleichfalls vor Gericht stehende Gergorin wies umgehend zurück, Lahoud den Auftrag gegeben zu haben, die Listen zu besorgen. "Alles, was Herr Lahoud sagt, ist falsch, alles ist erfunden", sagte der ehemalige Topmanager des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS.
In der sogenannten Clearstream-Affäre steht auch der frühere französische Premierminister Dominique de Villepin seit Montag vor Gericht. Sarkozy sieht ihn als einen der Drahtzieher einer Intrige, um ihn auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur zu stoppen. Sarkozy und Villepin waren Mitte des Jahrzehnts im konservativen Regierungslager erbitterte Rivalen um die Nachfolge von Staatspräsident Jacques Chirac gewesen.
23. September 2009 - 15.53 Uhr
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