Das Original seit 2000:
Erste Hilfe in Rechtsfragen.
340723
zufriedene Nutzer
Sie sind hier:  www.123recht.net » Nachrichten » International » 

China vollstreckt Todesstrafe gegen verurteilten Briten

AFP VOM 29.12.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1291 Aufrufe
Mehr zum Thema:

Hinrichtung, Todesstrafe, China

London bestellt chinesische Botschafterin ein

Ungeachtet zahlreicher Gnadenappelle hat China einen wegen Drogenschmuggels verurteilten Briten hingerichtet. Er verurteile diesen Schritt aufs Schärfste, teilte Großbritanniens Regierungschef Gordon Brown in London mit. Die Regierung in Peking bestätigte, dass der 53-jährige Akmal Shaikh mit einer Giftspritze hingerichtet worden sei. In London wurde daraufhin die Botschafterin Chinas ins Außenministerium einbestellt.

Großbritannien werde gegenüber Botschafterin Fu Ying verdeutlichen, dass es die vollstreckte Todesstrafe verurteile, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Brown sagte, er sei erschüttert und enttäuscht, dass die "anhaltenden Bitten um Gnade nicht erfüllt wurden". Besonders betroffen mache ihn, dass keine psychologische Untersuchung des Briten vorgenommen worden sei. "All unsere Gedanken sind jetzt bei der Familie und den Freunden von Herrn Shaikh. Ihnen spreche ich mein tiefes Beileid aus", teilte Brown mit. Die Familie erklärte, sie sei betrübt, dass China keine Gnade habe walten lassen.

© AFP
Mahnwache für den Bruder (AFP)
Das Oberste Gericht in Peking hatte zuvor geurteilt, dass die von britischer Seite vorgelegten Beweise nicht ausreichten, um eine psychische Erkrankung des Todeskandidaten zu belegen. "Die Untersuchung des Gerichts zeigt, dass nichts auf eine geistige Erkrankung hindeutet", hieß es in dem Urteil, dass die Regierung auf ihrer Internetseite veröffentlichte.

Shaikh war im September 2007 in Urumqi mit vier Kilogramm Heroin festgenommen worden. Nach Angaben seiner Familie ist er psychisch krank und wurde von Kriminellen als Drogenschmuggler missbraucht. Vor einem Jahr verhängte die chinesische Justiz die Todesstrafe gegen den Vater von drei Kindern. Dass die Erkrankung des Mannes aus London nicht strafmildernd berücksichtigt wurde, sorgte in Großbritannien und bei Menschenrechtsgruppen für Entrüstung.

Bis zur letzten Minute hatten die britische Regierung und die Familie Shaikhs versucht, die Hinrichtung zu verhindern. Zwei Cousins des Todeskandidaten reisten am Montag mit Gnadengesuchen nach China und besuchten den 53-Jährigen im Gefängnis in Urumqi, der Hauptstadt der muslimisch geprägten Provinz Xinjiang.

Nach Erkenntnissen von Amnesty International werden in China mehr Gefangene hingerichtet als in allen anderen Ländern der Welt zusammengenommen. Amtliche Statistiken darüber veröffentlicht die Regierung in Peking aber nicht.

29. Dezember 2009 - 15.12 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


123recht.net ist Rechtspartner von:

340723
registrierte
Nutzer

durchschnittl. Bewertung

97916
beantwortete Fragen
10
Anwälte jetzt
online
Rechtsanwalt
Christian Wolf
München
Quickie!
Ihre Meinung zählt.
Eine 50-Stunden-Woche ist bei Niedriglöhnern wie in den Chefetagen keine Seltenheit. Kennt Ihr das? Wie viele Stunden arbeitet Ihr ca. pro Woche?