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Chiles Oberstes Gericht hebt Immunität von Ex-Diktator Pinochet auf

AFP VOM 18.7.2006 | Nachrichten - International | 2094 Aufrufe
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Pinochet, Chile

Prozess um so genannte Todeskarawane wird wiedereröffnet

Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet wird sich schon bald vor Gericht im Zusammenhang mit der so genannten Todeskarawane verantworten müssen. Das Oberste Gericht des südamerikanischen Landes akzeptierte am Montag (Ortszeit) im Zusammenhang mit einer Klage wegen der Tötung von zwei ehemaligen Vertrauten des Ex-Präsidenten Salvador Allende eine Petition zur Aufhebung der Immunität des 90-Jährigen. "Wir kommen der Gerechtigkeit immer näher", sagte nach der Entscheidung der Anwalt Eduardo Contreras, der die Petition eingereicht hatte.

Mit der Aufhebung der Immunität durch das Oberste Gericht wird ermöglicht, dass sich der Pinochet im Fall der zwei getöteten politischen Gefangenen doch noch vor Gericht verantworten muss. In einem anderen Fall ist der Ex-Diktator wegen der Ermordung von 75 Menschen durch die Todeskarawane angeklagt. Seine Immunität wurde mehrfach aufgehoben, im Jahr 2002 jedoch stoppte das Oberste Gericht alle Ermittlungen mit der Begründung, Pinochet sei dement und nicht prozessfähig.

Während der von 1973 bis 1990 währenden Diktatur wurden Schätzungen zufolge mindestens 3000 Regimegegner getötet, rund 30.000 Oppositionelle wurden eingesperrt und gefoltert. Gegen Pinochet und seine Familie wird auch wegen Steuerhinterziehung und Betrugs ermittelt.

18. Juli 2006 - 04.42 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2006




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