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Chefin von Washingtoner Prostitutionsring begeht Selbstmord
Seite 1 - AFP vom 02.05.2008
Palfrey (AFP/Getty Images)

Chefin von Washingtoner Prostitutionsring begeht Selbstmord

Prozess gegen "D.C. Madam" hatte Politiker bloßgestellt

Die wegen Zuhälterei verurteilte Chefin eines schillernden Washingtoner Edel-Prostitutionsrings, Deborah Jean Palfrey, hat Selbstmord begangen. Palfreys Mutter habe die als "D.C. Madam" bekannt gewordene 52-Jährige im Schuppen neben ihrem mobilen Wohncontainer im Bundesstaat Florida erhängt aufgefunden, sagte Polizeisprecher Jeffrey Young. Am Fundort der Leiche seien "handgeschriebene Mitteilungen über die Selbstmordabsicht des Opfers" gefunden worden. "Hinweise auf ein Fremdeinwirken gibt es nicht."

Palfrey war im April in einem spektakulären Prozess wegen Zuhälterei schuldig befunden worden. Das Strafmaß sollte im Juli verhängt werden, bis dahin war Palfrey gegen Kaution auf freiem Fuß. Das Verfahren hatte Aufsehen erregt, weil Kunden aus höchsten Kreisen der Washingtoner Politik und Gesellschaft die Dienste von Palfreys Escort-Agentur in Anspruch genommen hatten und zum Teil durch die Ermittlungen bloßgestellt wurden.

Im vergangenen Jahr entschuldigte sich der republikanische Senator David Vitter öffentlich dafür, dass er Kunde von Palfreys Mitarbeiterinnen war. Der Chef der US-Entwicklungsbehörde (USAID), Randall Tobias, erklärte seinen Rücktritt, nachdem auch er als Kunde identifiziert worden war. Auch Angehörige und Mitarbeiter der Streitkräfte, der NASA, der Weltbank und des Währungsfonds IWF waren in der Kundendatei verzeichnet.

Palfrey selbst hatte immer wieder beteuert, lediglich einen Begleitservice, nicht aber eine Sexvermittlung betrieben zu haben. Dies widersprach den Aussagen einiger ihrer Mitarbeiterinnen. So sagte eine Marineoffizierin, die 2005 bis 2006 für Palfrey arbeitete, vor Gericht aus, mit den Kunden gegen Geld auch Sex gehabt zu haben. Laut Anklage verdiente "D.C. Madam" zwischen 1993 und 2006 mehr als zwei Millionen Dollar mit ihrem Escort-Service, den sie von zu Hause aus im kalifornischen Vallejo betrieb. Über 140 Frauen sollen für sie gearbeitet haben.

Nach Polizeiangaben erhängte sich Palfrey mit einem Nylonseil in dem Schuppen ihrer Mutter. Die 76-Jährige habe nach einer kurzen Siesta die Leiche entdeckt und die Polizei alarmiert. Die Ermittler hätten "mindestens" zwei Zettel und Abschiedsbriefe gefunden, die auf den geplanten Selbstmord hinwiesen. Dennoch sei wegen des laufenden Verfahrens die Bundespolizei FBI eingeschaltet worden.

2. Mai 2008 - 13.16 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008




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Ute Reichelt, Bad Berka
beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Mietrecht, Baurecht, priv., Tierkaufrecht.
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