
Fünf Monate nach der Aufsehen erregenden Blockade des Castor-Transports auf der Bahnstrecke nahe Dannenberg (Niedersachsen) müssen sich vier Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood sowie eine 16-jährige Schülerin vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft Lüneburg am Montag mitteilte, werden sie der Nötigung des Zugpersonals und der Störung öffentlicher Betriebe angeklagt. Die Aktivisten hatten sich bei Süschendorf im Gleisbett einbetoniert und konnten erst nach 17 Stunden mit großem technischen Aufwand befreit werden. Der Atommüll-Transport konnte dadurch erst einen Tag später als geplant in das Zwischenlager Gorleben einfahren. Das Mädchen muss sich vor einem Jugendrichter in Dannenberg verantworten, die vier Männer vor dem Lüneburger Amtsgericht.
Noch nicht abgeschlossen sind nach Angaben der Behörde die Ermittlungen gegen Aktivisten von Greenpeace. Sie hatten sich an eine Eisenbahnbrücke angekettet. Insgesamt sind demnach in Zusammenhang mit dem Castor-Transport 462 Strafverfahren eingeleitet worden. Ende März konnte der Castor-Transport nur mit Hilfe von 30.000 Polizisten und Grenzschutzbeamten gegen den Widerstand von 10.000 Demonstranten in das Zwischenlager Gorleben gebracht werden. Dabei kam es wiederholt zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten.