Über 60 Sicherheitskräfte nach Anschlag im Irak festgenommen
AFP VOM 29.10.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1177 Aufrufe Mehr zum Thema:Terror
Zahl der Toten wird auf 153 beziffert
Im Zusammenhang mit dem blutigen Doppelanschlag im Bagdader Regierungsviertel sind mehr als 60 irakische Sicherheitskräfte festgenommen worden. Unter den Festgenommenen, die bei den Attentaten am Sonntag im Viertel Salhija mit 153 Toten Dienst hatten, seien auch 13 Offiziere, sagte ein Militärsprecher AFP. Das irakische Parlament scheiterte unterdessen erneut mit der Einigung auf ein neues Wahlgesetz.
Der Sprecher des Bagdader Militärkommandos, Kassem Atta, sagte, zu den Festgenommenen gehörten auch sechs Armeeoffiziere und sieben Polizisten hohen Ranges, darunter der Polizeichef von Salhija. In seine Verantwortung fällt das Justizministerium, neben dem Sitz des Gouverneurs von Bagdad eines der Ziele der zeitgleich verübten Autobombenanschläge vom Sonntag. Auch die Diensthabenden an insgesamt 15 Kontrollposten in Salhija seien festgenommen worden.
Das irakische Gesundheitsministerium bezifferte in einer "endgültigen Bilanz" die Zahl der Toten nach den Attentaten auf 153. Von den mehr als 500 Verletzten würden sechs oder sieben noch im Krankenhaus behandelt. Es sei "schwer zu sagen", wieviel Frauen und Kinder unter den Opfern seien. Einige Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
Der Gouverneur von Bagdad, Salah Abdel Rassak, hatte am Montag den Sicherheitskräften "Fahrlässigkeit" vorgeworfen und von einem "menschlichen Versagen" im Zusammenhang mit den Attentaten gesprochen. Eine Kamera auf dem Dach des Justizministeriums habe den Selbstmordanschlag gefilmt und einen weißen Renault mit einem Aufdruck aus Falludscha aufgezeichnet. "Wie konnte dieser bis hierher gelangen und ungehindert sämtliche Sicherheitssperren passieren?" Dies müssten nun die Ermittlungen zeigen.
Zu den Taten bekannte sich der irakische El-Kaida-Arm Islamischer Staat im Irak. Es waren die Attentate mit den höchsten Opferzahlen im Irak seit gut zwei Jahren.
Nach wochenlangen Streitereien und steigendem Druck aus den USA wollte das irakische Parlament eigentlich am Donnerstag ein neues Wahlgesetz für die bevorstehende Parlamentswahl im Januar verabschieden. Allerdings blockierten die Kurden nach Angaben eines Abgeordneten die Sitzung, die somit nicht beschlussfähig war. Möglicherweise wird bei der nächsten Parlamentssitzung am Samstag ein neuerlicher Anlauf unternommen.
Die Zeit für das neue Wahlgesetz drängt, da die Wahlkommission nach eigenen Angaben 90 Tage für die Organisation der für den 16. Januar angesetzten Wahl benötigt.
29. Oktober 2009 - 14.55 Uhr
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