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Ölkatastrophe in Frankreich: Umweltschützer wollen klagen

AFP VOM 9.8.2009 | Nachrichten - International | 801 Aufrufe
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Ölverschmutzung

4000 Kubikmeter Öl ergießen sich in Naturschutzgebiet

Nach der Verschmutzung eines südfranzösischen Naturschutzgebietes durch 4000 Kubikmeter Öl aus einer Pipeline wollen Umweltschützer Klage einreichen. Der örtliche Vogelschutzverband LPO bezeichnete den Vorfall in dem Reservat Coussouls de Crau als "Umweltverbrechen", das nicht unbestraft bleiben dürfe. Die Behörden wollen ein Umweltgutachten zu der Verschmutzung erstellen lassen. Das Öl war am Freitag aus einer Pipeline ausgelaufen.

Sobald das Ausmaß des Schadens klar sei, werde die LPO Klage einreichen, sagte der Chef der regionalen LPO-Gruppe, Benjamin Kabouche. Bei solchen Umweltkatastrophen sei jedoch mit jahrelangen Verfahren zu rechnen. Zudem seien angesichts der Bedeutung der Pipeline für den Staat keine schnellen Ermittlungen zu erwarten, sagte der LPO-Chef. Durch die Leitung wird Rohöl nach Deutschland und in die Schweiz gepumpt.

Das ausgetretene Rohöl verseuchte eine Fläche von zwei Hektar. In dem Naturschutzgebiet östlich von Arles leben zahlreiche Arten, die aus afrikanischen Steppengebieten dorthin gelangten, darunter seltene Vögel und Heuschrecken. Kabouche kritisierte, dass die Leitung "durch halb Frankreich verläuft und dabei wesentlich durch naturbelassene Gebiete führt". Die Umweltorganisation Greenpeace forderte nach dem Vorfall verbesserte Sicherheitsmaßnahmen besonders in Küstennähe.

Die Reinigungsmaßnahmen an der Oberfläche des verschmutzten Bereichs wurden unterdessen eingestellt. Nach dem Abpumpen des Öls an der Oberfläche sollte eine Messung ermitteln, bis zu welcher Tiefe das Öl in den Boden sickerte. Erst danach wollte der Betreiber der Pipeline, das Unternehmen SPSE, über den möglichen Aushub von zwei Hektar Boden entscheiden.

Die Behörden des Départements Bouches-du-Rhône kündigten ein ökologisches Gutachten an, um die Folgen der Ölverseuchung für Boden, Flora und Fauna des Naturparks zu untersuchen. Mehrere Arten seien bereits von der Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen, darunter der seltene Vogel Ganga Cata, die Crau-Heuschrecke und eine Eidechsenart, teilte die Präfektur des Départements mit.

Das 2001 eingerichtete Reservat Coussouls de Crau mit einer Fläche von 7400 Hektar befindet sich nordwestlich des Etang de Berre, eines großen Binnengewässers mit Verbindung zum Mittelmeer. Staatssekretärin Chantal Jouanno hatte am Freitag bei einem Ortstermin von einem "ökologischen Desaster" gesprochen. Die Staatsanwaltschaft in Tarascon leitete Ermittlungen gegen die Betreiber der Pipeline ein.

9. August 2009 - 11.28 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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