Das Buch des Chefermittlers im Fall der kleinen Britin Maddie McCann bleibt verboten: Ein Gericht in Lissabon wies den Einspruch des ehemaligen portugiesischen Polizisten Gonçalo Amaral gegen eine entsprechende einstweilige Verfügung vom vergangenen September zurück. Das Gericht sehe durch das Buch "die Rechte der Kläger verletzt", teilte die Anwältin der Familie McCann mit.
Maddie war im Mai 2007 im Alter von drei Jahren aus einer Ferienanlage an der Algarve verschwunden. Ihre Eltern beharren bis heute darauf, dass das kleine Mädchen entführt wurde und möglicherweise noch im Leben ist. Amaral, der 2007 zunächst die Ermittlungen leitete, vermutet dagegen, dass das Mädchen einen von den Eltern vertuschten Unfalltod starb. Im Laufe seiner Arbeit stufte er Kate und Gerry McCann als Verdächtige ein. Sein Buch "Die Wahrheit über die Lüge" und ein ebenfalls verbotener TV-Dokumentarfilm wiederholen nun diese These.
Amaral, sein Verlag sowie die Produktionsfirma des Dokumentarfilms wollen gegen das Urteil Berufung einlegen. "Wir gehen bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte", kündigte der ehemalige Ermittler an, der sich nach eigenen Angaben als Opfer einer Verfolgungskampagne der McCanns fühlt. In einem weiteren Verfahren fordern Maddies Eltern von Amaral 1,2 Millionen Euro Entschädigung wegen Verleumdung.
18. Februar 2010 - 16.37 Uhr
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