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Buch über nach Frankreich verschleppten Arzt darf weiter erscheinen

AFP VOM 31.3.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 759 Aufrufe
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Arzt, Entführung

Gericht weist Klage von 74-jährigem Deutschen zurück

Der im Oktober nach Frankreich verschleppte deutsche Arzt Dieter K. hat vor der französischen Justiz erneut eine Niederlage hinnehmen müssen. Ein Pariser Gericht wies am Dienstagnachmittag eine Klage des 74-Jährigen zurück, ein von dem mutmaßlichen Anstifter seiner Entführung über ihn geschriebenes Buch zu verbieten. In dem kürzlich in Frankreich erschienenen Buch wirft der Autor André Bamberski dem früheren Herzfacharzt K. vor, 1982 seine Tochter Kalinka vergewaltigt und getötet zu haben. K. sitzt seit seiner Entführung in Frankreich in Haft und muss mit einem Prozess wegen des Todes seiner Stieftochter rechnen. Vor knapp einem Monat hatte ein Pariser Gericht einen Freilassungsantrag K.s abgelehnt.

Das Gericht urteilte, Bamberskis Buch verstoße nicht wie von K. angeführt gegen die Unschuldsvermutung. Dem Leser sei klar, dass es sich bei dem Buch nicht um eine objektive Wiedergabe der Geschehnisse handle, sondern um das Zeugnis eines Menschen über ein "Drama", vom dem er direkt betroffen sei. Das Buch sei eindeutig als "Aufschrei eines Vater" zu begreifen.

K. war 1995 in Abwesenheit in Frankreich in einem inzwischen aufgehobenen Urteil zu 15 Jahren Haft verurteilt worden, weil er die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin, die damals 14-jährige Kalinka, mit einer Spritze getötet haben soll. Weil die bayerische Justiz 1987 zu der Einschätzung gelangt war, dass es keine hinreichenden Beweise gegen K. gebe, wurden die Ermittlungen eingestellt und K. nie nach Frankreich ausgeliefert. K. wurde Mitte Oktober aus Süddeutschland verschleppt und im ostfranzösischen Mülhausen gefesselt unweit eines Gerichtsgebäudes abgelegt. Bamberski gab zu, die Entführung gebilligt zu haben.

31. März 2010 - 11.43 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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