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Brüderpaar ab Montag wegen Terrorverdachts vor Gericht

AFP VOM 29.2.2012 | Nachrichten - Allgemein | 672 Aufrufe
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Brüderpaar, Terror

Ein Angeklagter ist Berichten zufolge Schwiegersohn Metin Kaplans

Zwei mutmaßliche Islamisten müssen sich von Montag an vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft den Brüdern Ömer und Turgay C. Mitgliedschaft beziehungsweise Unterstützung der Terrorvereinigung Islamische Bewegung Usbekistan (IBU) vor, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Der 29-jährige Turgay C. ist Presseberichten zufolge der Schwiegersohn des Islamistenführers Metin Kaplan, der als selbsternannter "Kalif von Köln" bekannt wurde.

Laut Anklage ließ sich der 25-jährige Ömer C. 2009 im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet in einem Lager der IBU an Waffen ausbilden und nahm dann an Kampfeinsätzen der Terrorgruppe teil. Im September 2010 sei er nach Deutschland zurückgekehrt und habe für die IBU Geldspenden gesammelt.

Turgay C. habe sich ebenfalls mit den terroristischen Zielen der IBU identifiziert. Er sei seit 2008 Teil eines Netzwerks gewesen, das der finanziellen Unterstützung der Organisation diente. Im November 2010 habe er der IBU im Großraum Frankfurt am Main bei zwei Gelegenheiten insgesamt 39.000 Euro zukommen lassen.

Die beiden Brüder mit deutscher Staatsangehörigkeit waren vor gut einem Jahr festgenommen und im vergangenen Herbst angeklagt worden. Nach einem damaligen Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" wurden nach ihrer Festnahme Gebetsräume in Köln durchsucht, die auch von ehemaligen Kaplan-Anhängern genutzt wurden.

Metin Kaplan war Führer der islamistischen Organisation "Kalifatsstaat" mit Sitz in Köln. Im Herbst 2000 wurde der später in die Türkei abgeschobene Kaplan wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten vom OLG Düsseldorf zu vier Jahren Haft verurteilt. Für den Prozess gegen Ömer und Turgay C. beraumte der Düsseldorfer Strafsenat 30 Verhandlungstage bis Ende Juni an.

29.02.2012 - 17:00 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2011



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