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AFP vom 3.10.2008   908 Aufrufe    Leserwertung: 0,0 (0 User)
Rubrik: Nachrichten - International

Britische MS-Patientin fordert Regelung zur Sterbehilfe

Frau will Ehemann Verfolgung durch Justiz ersparen

Eine britische Patientin, die durch Multiple Sklerose allmählich die Fähigkeit zu einem eigenständigen Leben verliert, will eine gesetzliche Klarstellung über die ins Auge gefasste Sterbehilfe erreichen. Die 45-jährige Debbie Purdy beantragte vor dem Londoner High Court eine Regelung, die ihrem Mann Beihilfe zum Selbstmord ermöglicht, ohne dass er anschließend eine Verfolgung durch die Justiz zu befürchten hätte. "Sie möchte die Möglichkeit haben, Hilfe zur Beendigung ihres Lebens zu erbitten", sagte ihr Anwalt David Pannick.




Purdy sitzt im Rollstuhl, hat inzwischen aber nicht mehr die ausreichende Muskelkraft, um sich selbstständig fortzubewegen. Falls es in Großbritannien keine Möglichkeit gibt, die Sterbehilfe durch ihren Mann zu gewährleisten, will sie in die Schweiz oder nach Belgien ausreisen, solange ihr das möglich ist.

Falls Purdys Mann, der kubanische Jazz-Geiger Omar Puente, keine Sicherheit erhalte, "wird sie früher oder später ins Ausland reisen, um Selbstmord zu begehen", sagte Pannick. Der Anwalt vertrat die Ansicht, die britische Regierung sei durch die Europäische Menschenrechtskonvention verpflichtet, eine gesetzliche Regelung zu erlassen. Die Staatsanwaltschaft verweist hingegen auf ein Gesetz von 1961, mit dem die Strafe für Sterbehilfe auf 14 Jahre festgelegt wurde, und die dazu bestehenden Richtlinien für Strafverfolger.

3. Oktober 2008 - 10.04 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008


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