Fast vier Jahre Haft für Ex-Bayern-Profi Breno
AFP VOM 4.7.2012 | Nachrichten - Allgemein | 645 Aufrufe Mehr zum Thema:Breno, Brandstiftung
Brasilianer wegen schwerer Brandstiftung verurteilt
Der frühere FC-Bayern-Profi Breno ist wegen schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Er habe "sehr schwere Schuld" auf sich geladen, sagte die Vorsitzende Richterin des Landgerichts München, Rosi Datzmann, am Mittwoch in ihrer Urteilsbegründung. Der zuletzt mit Lazio Rom in Verbindung gebrachte Breno wurde noch im Gerichtsaal festgenommen.
Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass der seit Monatsbeginn vertragslose Brasilianer in der Nacht zum 20. September 2011 die von ihm gemietete Villa in Grünwald in betrunkenem Zustand angezündet hatte. Dabei brannte das Haus nahezu vollständig aus, es entstand ein Schaden von rund einer Million Euro. Als Motiv für die Tat nahm das Gericht die Verzweiflung des 22-Jährigen angesichts einer drohenden neuen Operation in Kombination mit einer starken Alkoholisierung an. Zum Zeitpunkt der Brandlegung könnte Breno bis zu 2,5 Promille gehabt haben.
Das Landgericht widersprach aber der Auffassung von Brenos Anwalt Werner Leitner, der Zweifel daran geäußert hatte, dass Breno überhaupt der Brandstifter sei. Leitner hatte deshalb einen Freispruch, höchstens aber zwei Jahre Haft gefordert. Datzmann sagte, als Brandstifter komme nur Breno in Frage. "Es ist sonst niemand in der Nähe festgestellt worden." Er habe zudem Rettungskräften drei Feuerzeuge in die Hand gedrückt. Auch seien seine Haare angesengt gewesen.
Die Richter gingen in ihrem Urteil allerdings von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Sie folgten damit der Einschätzung des Gerichtspsychiaters Henning Saß. Dieser war zu dem Schluss gekommen, dass die starke Alkoholisierung im Zusammenspiel mit der depressiven Verstimmung des Brasilianers seine Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt haben könnte. Zugunsten Brenos spreche zudem eine "besonders hohe Fallhöhe" für ihn als Fußballstar.
"Zu Lasten des Angeklagten muss der sehr, sehr hohe Schaden am Gebäude ins Gewicht fallen", sagte Datzmann. Außerdem habe eine "enorme Gefahr" bestanden, dass sich das Feuer auf die gesamte Siedlung ausweiten könnte. Datzmann wies Breno daraufhin, dass er im Fall, dass das Urteil rechtskräftig wird, nach zweieinhalb Jahren nach Brasilien abgeschoben werde.
Die Staatsanwaltschaft hatte auf fünfeinhalb Jahre Haft plädiert. Staatsanwalt Nikolaus Lanz wollte Breno auch keine verminderte Schuldfähigkeit zubilligen. Ein Sprecher der Anklagebehörde ließ offen, ob die Staatsanwaltschaft nun Rechtsmittel gegen das Urteil einlegt. Auch Brenos Verteidiger sagte lediglich, er prüfe Rechtsmittel. Es sei eine "sehr schwere Stunde für Breno", sagte Leitner. Weil er nicht unvorbereitet auf eine mögliche Haftstrafe gewesen sei, habe er aber "sehr gefasst" reagiert.
Der FC Bayern bedauerte das Urteil gegen seinen ehemaligen Spieler. "Unsere Hoffnung war, dass Breno seine Karriere als Fußballer und damit sein Leben zusammen mit seiner Familie hätte fortsetzen können", hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins, in der er zudem ankündigte: "Der FC Bayern München wird Breno weiterhin unterstützen."
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