Zwei Tage nach Beginn des Verfahrens gegen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat die Militärregierung in Birma ausgewählten Journalisten Zugang zu Prozessinformationen in Aussicht gestellt. Wie ein Sprecher der Militärführung in Rangun sagte, sollten insgesamt "zehn Journalisten" ausländischer und lokaler Medien "Neuigkeiten aus dem Prozess" erfahren. Darunter seien fünf Vertreter ausländischer Medien, sagte der Sprecher, ohne genauere Angaben darüber zu machen, wer von dem Gerichtsverfahren berichten darf. Rangun, das ansonsten strenge Zensur walten lässt, reagierte damit auf wachsenden internationalen Druck.
Der Prozess gegen Suu Kyi hatte am Montag im Insein-Gefängnis bei Rangun hinter verschlossenen Türen begonnen. Die Militärjunta wirft der 63-Jährigen einen schweren Verstoß gegen ihren Hausarrest vor, weil sie einem US-Bürger kurze Zeit Obdach gewährte, der durch einen See zu ihrem Haus geschwommen war.
Suu Kyi saß insgesamt 13 der vergangenen 19 Jahre in Haft oder stand unter Hausarrest. Ihr derzeitiger Hausarrest wäre Ende Mai zu Ende gegangen. Ihr droht nun eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Bei einer Verurteilung säße sie auch während der Wahlen hinter Gittern, die im kommenden Jahr stattfinden sollen.
20. Mai 2009 - 08.49 Uhr
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