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Bill Clinton verspricht Haiti bessere Hilfe

AFP VOM 6.2.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 688 Aufrufe
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Haiti

UN-Sondergesandter will Koordinierung verbessern

Als UN-Sondergesandter für Haiti hat der frühere US-Präsident Bill Clinton dem armen Karibikstaat eine bessere Koordinierung der Hilfen zugesagt. "Ich versuche herauszufinden, wo die Engpässe sind", sagte Clinton nach seiner Ankunft in Port-au-Prince. Die zehn wegen Kindesentführung angeklagten US-Bürger müssen unterdessen vorerst in Haiti in Haft bleiben.

"Es tut mir leid, dass das so lange dauert", sagte Clinton. Er und die anderen Helfer würden hart daran arbeiten, das Leid der Haitianer zu lindern. Dabei verwies er auf die gewaltige Aufgabe, die nach dem schweren Erdbeben vor drei Wochen in dem Land zu bewältigen sei. Nach Regierungsangaben starben 212.000 Menschen durch den gewaltigen Erdstoß, die Infrastruktur ist weitgehend zerstört. Bis zu zwei Millionen Menschen haben kein festes Dach über dem Kopf.

Obwohl die USA die Federführung bei der Versorgung der notleidenden Bevölkerung übernommen hat, sehe er sich nicht als neuen "Gouverneur" Haitis, betonte er auf Fragen von Journalisten. Er habe keine neokolonialistischen Ambitionen, versicherte Clinton, der Haiti seit Jahren verbunden ist. Dafür sei er schon zu alt, fügte er hinzu.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte Clinton am Mittwoch mit einer leitenden Rolle bei der Koordinierung der Hilfe beauftragt. Es ist bereits sein zweiter Besuch seit dem Erdbeben. Washington hat 20.000 Soldaten geschickt, die bei der Verteilung der Güter helfen sollen, dazu Hubschrauber und Transportflugzeuge. Aber nach drei Wochen beklagen sich immer noch viele Erdbebenopfer, dass die Hilfe nicht bei ihnen ankommt.

Rund 200 aufgebrachte Haitianer empfingen Clinton bei seiner Ankunft in der Hauptstadt vor dem provisorischen Regierungssitz im Polizeihauptquartier. Sie hatten sich versammelt, um gegen die schleppende Verteilung der Hilfslieferungen zu protestieren und forderten vor allem mehr Zelte. "Unsere Kinder verbrennen in der Sonne", klagte die 30-jährige Mentor Natacha. "Wir haben ein Recht auf Zelte, wir haben ein Recht auf eine Unterkunft." Auch vor der nahegelegenen US-Botschaft kam es zu Protesten.

Rund eine Woche nach der Festnahme der US-Baptistengruppe wegen Verdachts auf Kindesentführung lehnte ein Richter unterdessen einen Antrag auf Haftverschonung ab. Die fünf Männer und fünf Frauen sollten nun in zwei verschiedenen Gefängnissen untergebracht werden, sagte deren Anwalt Edwin Coq der Nachrichtenagentur AFP. Den Mitgliedern der Gruppe wird vorgeworfen, dass sie 33 haitianische Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und 14 Jahren ohne Genehmigung in die benachbarte Dominikanische Republik bringen wollten.

6. Februar 2010 - 08.47 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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